Rezension Agatha Christie – Dreizehn bei Tisch

Rezension Agatha Christie – Dreizehn bei Tisch

Autor: Agatha Christie
Titel: Dreizehn bei Tisch
Herausgeber: Atlantik Verlag
Datum der Erstveröffentlichung: 15. Juli 2015
Buchlänge: 288 Seiten
Titel der Originalausgabe: Lord Edgware Dies
ISBN: 978-3-455-65029-7
Preis: Taschenbuch 12,00€
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♥ Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt 

 

 

Die verwöhnte Schauspielerin Jane Wilkinson will sich von ihrem Ehemann Lord Edgware scheiden lassen und bittet Hercule Poirot um Beistand. Als ihr Gatte kurz darauf tot aufgefunden wird, scheint die Sachlage klar. Doch nach und nach tauchen immer mehr Ungereimtheiten auf. Jane dinierte zur Tatzeit mit 12 Freunden, gleichzeitig gibt es Zeugen, die sie am Tatort gesehen haben wollen. Hercule Poirot braucht seinen ganzen detektivischen Spürsinn, um dem Komplott der Dreizehn bei Tisch auf die Schliche zu kommen.

Quelle: Atlantik Verlag

 

 

 

Das Buch, mit dem ich mein Jahr schließe, soll immer etwas ganz Besonderes sein. Und da ich 2020 meine Liebe für Agatha Christie entdeckt habe, wollte ich es diesmal auch mit einem von ihr beenden. Nicht, weil ich nicht vorhätte noch mehr von ihr zu lesen, im Gegenteil: Mehr sollen es werden und passend dazu hat der Atlantik Verlag auch eine Lese-Challenge ausgerufen, die über das komplette Jahr 2021 verteilt ist. Dabei dreht sich alles um die Schauplätze, an denen ihre verschiedenen Krimis spielen und für den Januar bedeutet das: ein großes Haus.

Ich bin also schon sehr gespannt, welche neuen Bücher ich dadurch von ihr entdecken werde, aber erstmal soll es um Dreizehn bei Tisch gehen, das aus dem Jahr 1933 stammt und dementsprechend noch als Frühwerk von Christie bezeichnet werden kann.

 

Hercule Poirot wird von der Schauspielerin Jane Wilkinson gebeten, das Gespräch mit ihrem Mann Lord Edgware zu suchen und ihn zur Einwilligung zur Scheidung zu bewegen, die dieser so standhaft verweigert. Sie hat die Nase voll von ihrem Gatten, will sich lieber einem anderen hingeben und hat ihn deshalb nicht nur einmal bereits zur Hölle gewünscht. Der sich anfangs sträubende Poirot erfährt jedoch vom Lord höchstpersönlich, dass dieser gar keine Einwände gegen eine Scheidung habe, und sieht den Auftrag damit als abgeschlossen an. Doch am kommenden Morgen wird der Lord tot in seinem Haus gefunden. Sekretärin und Diener haben am Vorabend Lady Jane Wilkinson das Haus betreten sehen, doch die hat ein hervorragendes Alibi: Sie war mit Zwölf anderen Personen auf einem Empfang und jeder von ihnen kann das bezeugen.
Steckt vielleicht die junge Schauspielerin Carlotta Adams dahinter, die gerade mit einem Parodie-Programm in London gastiert und unter anderem auch ihre Version der Jane-Wilkinson zum besten gibt? Könnte sie sich an jenem Abend verkleidet und den Lord erstochen haben?
Poirot will genau das herausfinden und entdeckt dabei jedoch eine weitere Leiche…

 

Obwohl Dreizehn bei Tisch von vielen als eher durchschnittlicher Christie betitelt wird, ist es immer wieder erstaunlich, wie die Queen of Crime es dennoch schafft, ihre Leser seitenlang an der Nase herumzuführen und zu verunsichern. Denn hier ist ein Verdächtiger, oder besser gesagt eine Verdächtige, eigentlich schnell gefunden – hat die Gattin des Ermordeten doch kurz vor seinem Ableben lauthals verkündet, wie gern sie ihn endlich tot sehen würde.
Nur ganz so einfach ist es nicht, vor allem nicht für Poirot, der nun versuchen muss, das geschickt eingefädelte Täuschungsmanöver zu durchschauen.

Auch hier bilden der Meisterdetektiv und Hastings wieder ein harmonierendes Gespann (soweit das bei den beiden eben möglich ist) und es gibt erstaunlich viele verschiedene mögliche Tathergänge, die Poirot anhand von Aussagen und Indizien sammelt. Hastings ist da meistens etwas hinterher, aber genau diese Dynamik macht sie zu einem perfekten Gespann, von dem beide profitieren.

Wie immer verzichtet Christie auch in Dreizehn bei Tisch auf Nebensächlichkeiten, legt den Fokus stattdessen lieber auf ihre Figuren und hält sich in erster Line an die Aufklärung des Mordes.
Und genau diese Geradlinigkeit liebe ich mindestens genauso sehr wie die Atmosphäre, die sie zaubert, den Flair und Poirot selbst.
Hinweise werden versteckt, die erst am Ende Sinn ergeben, und es bleibt spannend, bis die letzte Seite gelesen ist. Für mich ein weiterer, äußerst gelungener Krimi, den ich meiner immer weiter wachsenden Sammlung hinzufügen kann.

 

 

Dreizehn bei Tisch ist, wie alle bisher gelesenen Geschichten von Agatha Christie, einfach zeitlose Literatur vom Feinsten.
Meisterhaft legt die Autorin immer wieder falsche Spuren, die das mitraten zu einem Erlebnis machen. Hinter die Lösung bin ich diesmal wieder nicht gekommen, das blieb wie immer Poirot vorbehalten, obwohl die Wahrheit so einfach wie genial ist.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

 

 

♥ Vielen Dank an den Atlantik Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars! ♥

 

 

Über die Autorin
Agatha Christie begründete den modernen britischen Kriminalroman und avancierte im Laufe ihres Lebens zur bekanntesten Krimiautorin aller Zeiten. Ihre beliebten Helden Hercule Poirot und Miss Marple sind – auch durch die Verfilmungen – einem Millionenpublikum bekannt. 1971 wurde sie in den Adelsstand erhoben. Agatha Christie starb 1976 im Alter von 85 Jahren.

Quelle: Atlantik Verlag

 

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