Rezension Holly Black – Coldtown: Stadt der Unsterblichkeit

Rezension Holly Black – Coldtown: Stadt der Unsterblichkeit

Autor: Holly Black
Titel: Coldtown: Stadt der Unsterblichkeit
Herausgeber: cbj Jugendbuchverlag
Datum der Erstveröffentlichung: 12. Oktober 2020
Buchlänge: 480 Seiten
Titel der Originalausgabe: The Coldest Girl in Coldtown
ISBN: 978-3-570-16266-8
Preis: HC 18,00€ / eBook 9,99€
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♥ Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt 

 

 

Coldtown ist gefährlich. Ein goldener, glamouröser Käfig für die Verdammten und all jene, die mit ihnen bis in den Tod feiern …

Tana wacht morgens nach einer Party auf und stellt fest, dass sie eine der wenigen Überlebenden in einem Haus voller Leichen ist. In einer Welt, in der Vampire ihr Unwesen treiben, ist Tana Schreckliches gewohnt, doch normalerweise halten sich Vampire in Quarantäne-Städten auf, in den sogenannten »Coldtowns«. Tanas Ex-Freund Aidan hat die Party zwar überlebt, doch er ist mit dem Vampir-Virus infiziert, und auch Tana könnte infiziert sein. Gemeinsam mit Aidan und dem einzigen anderen Überlebenden, dem geheimnisvollen Gavriel, macht sich Tana auf ins Herz der Gefahr – nach Coldtown, um sich und die anderen zu retten…

Quelle: cbj Jugendbuchverlag

 

 

 

Ich weiß gar nicht so richtig, wo ich bei diesem Buch anfangen soll.
Zum einen bin ich ein riesiger Fan von Holly Black, genauer gesagt von ihrer Cruel Price Reihe und darum war eigentlich von vorneherein klar, dass ich auch ihre zukünftigen Werke lesen werde.
Sie schreibt anders, erschafft Charaktere, die nicht auf den ersten Blick sympathisch sind und trotzdem geht von ihnen eine Faszination aus, die mich ein ums andere Mal begeistert.
Ihr Weltenaufbau gefällt mir, ich liebe ihren Stil, habe zudem schon seit Ewigkeiten keinen Vampirroman mehr gelesen – Coldtown, ihr aktuelles Buch, musste also dementsprechend nach Ankunft sofort gelesen werden.
Aber genau hier beginnt das Debakel.

Da der Klappentext die Geschichte sehr gut umschreibt, halte ich mich jetzt nicht mit einer eigenen Zusammenfassung auf, aber dennoch möchte ich euch einen Satz zitieren, der für mich die Stimmung von Coldtown perfekt trifft:

 

Das war nicht mein Tag. Ich glaube, ich habe immer noch einen Kater, und alle sind tot, und mein Root Beer ist ausgelaufen.
(Seite 78)

 

Und weiter hätte ich im Endeffekt gar nicht lesen müssen, denn ein Haus voller Leichen interessiert Hauptprotagonisten Tana nicht mehr als ein Ofen voller verbrannter Brötchen.
Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen taffe und abgeklärte Charaktere, aber gegen stumpfsinnige, unglaubwürdige und schlecht ausgearbeitete hingegen sehr wohl – aber alles Ansichtssache, selbstredend.
Über die Story an sich kann ich leider ebenfalls wenig Lobgesänge anstimmen, da ich auch hier zwischen aufkeimender Hoffnung und ständigem Kopfschütteln angesichts der Sinnhaftigkeit hin und her geschwankt bin. Ich kam einfach nicht rein, wurde weder mit Tana noch mit Gavriel warm und oft habe ich mir die Frage gestellt: Was lese ich hier? Wo ist der rote Faden, wenn man mal vom herumspritzenden Blut absieht?
Denn an sich war die Grundidee genau nach meinem Geschmack und vor allem der Weg der Figuren nach Coldtown durchaus interessant. Bis dahin wollte ich mehr wissen über die einzelnen Bestandteile: Den Zu- und Ausgang der abgeriegelten Städte, wie es überhaupt dazu kam, was dazu geführt hat.
Doch mit überschreiten der Stadtgrenze verlor sich die Spannung und auch mein Interesse.
Vielleicht ist das Thema zu ausgelutscht, vielleicht hat sich Holly Black meiner Meinung nach nicht genug bemüht, eine eigene Geschichte zu schreiben, denn alles was danach kam wirkte zusammengeschustert aus bereits dagewesenen Büchern und Filmen. Es kam einfach nichts Neues und so wurde es auch leider nur ein mittelmäßiger Roman, der mich nicht vom Hocker gehauen hat.
Schade, aber umso mehr hoffe ich nun, dass das ihr nächster wieder tun wird.

 

 

 

Coldtown: Stadt der Unsterblichkeit ist ein Vampirroman über Rache, Schuld, Tod und Liebe.
Eine spannende Grundidee, aber leider haben die unnahbaren und dürftig ausgearbeiteten Charaktere sowie das fantasielose Worldbuilding kein Jahreshighlight daraus werden lassen.

Reinlesen und selbst entscheiden würde ich sagen – viele sind nämlich begeistert von dieser Geschichte.

 

 

♥ Vielen Dank an den cbj Jugendbuchverlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars! ♥

 

 

Über die Autorin
Holly Black wurde in einem baufälligen viktorianischen Haus geboren. Ihre Mutter gab ihr die vielen Bücher über Geister und Feen, die bis heute Hollys Sicht auf die Welt prägen. Nach einer glücklichen Kindheit, in der sie mit ihrer Schwester imaginäre Zaubertränke braute, kam sie in die Teenagerphase – inklusive Dungeons & Dragons, Punkrock, Jungs und der ungesunden Angewohnheit, bis spät in die Nacht zu lesen. In dieser Zeit schrieb Holly viele Gedichte, Bühnenstücke und ein miserables Buch namens „Knights of the Silver Sun“. Außerdem lernte sie den Maler Theo Black kennen und ging zusammen mit ihm auf ein College in Philadelphia.
Nach ihrem Abschluss arbeitete Holly in New York, unter anderem für das unabhängige Spielemagazin d8, wo sie auch Tony DiTerlizzi traf.
Seit Sommer 2003 schreiben und gestalten Holly und Tony die Spiderwick-Chroniken und bekommen seither begeisterte Kritiken. Die Spiderwick-Chroniken sind bislang in 27 Sprachen übersetzt worden.
Holly Black lebt zusammen mit ihrem Mann Theo in New Jersey. Sie sammelt leidenschaftlich gerne alte Bücher über Volkskunde, gruselige Puppen und verrückte Hüte.

Quelle: cbj Jugendbuchverlag

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