Rezension Caroline Ronnefeldt – Quendel

Rezension Caroline Ronnefeldt – Quendel

Autor: Caroline Ronnefeldt
Titel: Quendel
Herausgeber: Ueberreuter Verlag
Datum der Erstveröffentlichung: 16. Februar 2018
Buchlänge: 448 Seiten
ISBN: 978-3-7641-7077-6
Preis: HC 19,95€ / eBook 15,99€
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♥ Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt 

 

 

Die Quendel sind ein gutmütiges Volk, das sich abends am Kaminfeuer schauerliche Geschichten erzählt und für gewöhnlich nie etwas Ungeplantes tut. Doch als der selbst ernannte Kartograf Bullrich Schattenbart eines Nachts nicht nach Hause kommt, brechen seine besorgten Nachbarn auf, um ihn zu suchen – angetrieben von einem schrecklichen Verdacht: Kann es sein, dass sich der verwegene Eigenbrötler in die Nähe des Waldes Finster gewagt hat? Noch ahnt keiner, was diese Nacht so anders macht als alle anderen. Ein seltsam leuchtender Nebel öffnet die Grenzen zu einer fremden, bedrohlichen Welt. Wer die Zeichen zu lesen versteht, weiß, dass lang vergessene, uralte und grausame Kräfte zu neuem Leben erwachen …

Quelle: Ueberreuter Verlag

 

 

 

Im Winter wiederholen sich bei mir genau zwei Dinge jedes Jahr aufs Neue: Der Kamin wird angeschmissen und irgendwann zwischen November und Dezember laufen die drei Herr der Ringe Teile und Der Hobbit auf dem Fernseher dazu.
Ich liebe die Stimmung und das warme Bauchgefühl, die mir diese Filme schenken und war bis zum jetzigen Zeitpunkt immer auf der Suche nach einem Buch, bei dem mir das auch so, oder so ähnlich geht.
Und dieses Jahr habe ich es gefunden: Quendel von Caroline Ronnefeldt. Ein Buch zum Wohlfühlen und Wegträumen.

 

Das Hügelland ist ein gemütliches Fleckchen Erde, auf dem sich das Volk der Quendel breit gemacht hat, um dort in Ruhe und Frieden zu leben.
Wäre da nicht der Wald Finster, der seinem Namen alle Ehre macht und in den sich bisher noch kaum jemand gewagt hat – und wenn doch, kam dieser nicht mehr zurück.
Aber ausgerechnet dorthin zieht es Bullrich Schattenbart, seines Zeichens leidenschaftlicher Kartograph und bestrebt, auf seinen Karten diesen weißen Fleck unentdecktes Land endlich auszufüllen. Nur kommt auch dieser von seinem geheimen Ausflug nicht mehr zurück.
In großer Sorge machen sich deshalb eine paar seine Freunde und Nachbarn auf den Weg in den Finster und erleben dort die schlimmste Nacht ihres Lebens, ebenso wie die beiden Nachbarn Pirmin und Fendel, die sich aus ganz anderen Gründen in die gefährliche Zone begeben haben. Denn ein Nebel zieht auf und öffnet die Grenzen zu einer fremden und gefährlichen Welt.

 

Ich weiß, dass es sicherlich gewagt ist Quendel mit den Tolkien Geschichten zu vergleichen, aber bereits nach den ersten Seiten hat mich diese Assoziation nicht mehr losgelassen.
Der wunderschöne und zugängliche Schreibstil sowie die heimelige Atmosphäre sind perfekt getroffen und dabei hat Caroline Ronnefeldt die Story um die Hobbits nicht einfach nur abgekupfert, sondern vielmehr eine liebevolle und wohldurchdachte Hommage an Mittelerde geschrieben, die ich tief in mein Herz geschlossen habe.

Die Handlung nimmt gemächlich an Fahrt auf, ist mit anschaulichen Details ausgeschmückt und lässt einen förmlich zwischen den Zeilen versinken. Man merkt quasi gar nicht wie die Zeit verstreicht, während man zuerst dem Quendel Bullrich in die Finster folgt, nur um sich kurz danach mit seinen Freunden auf die Suche nach ihm zu machen.
Dabei beschränkt sich der erste Teil der Trilogie lediglich auf einen Tag, an dem wir sowohl die Örtlichkeiten, die Gewohnheiten und auch einige Einblicke in das Alltagsleben der Quendel erhalten.

Es bleibt jedoch nicht nur bei dieser Wohlfühlatmosphäre, denn die Autorin lässt ihre Protagonisten zunächst vorsichtig, dann aber immer schneller in unheimliche Bereiche eintreten, die einem Schauerroman mit seinen vielen Mythen und Elementen in nichts nachstehen.
Allein die Finster an sich ist kein schöner Ort, doch die Figuren müssen sich auch mit gefährlichen Mooren, unheimlichen Wesen und dunklen Grabkammern auseinandersetzten und diese Wendung bringt ordentlich Tempo und Spannung in die Handlung.
Die Quendel werden dadurch lebendig, bleiben nicht nur als Namen im Gedächtnis zurück, sondern entwickeln Persönlichkeiten, die jedem einzelnen von ihnen eine individuelle Note verleiht.

Und dann bricht ein neuer Tag herein. Bullrich Schattenbart bleibt verschwunden und auch die Schrecken der langen Nacht sind nicht verschwunden.
Was genau geschieht im Hügelland? Ist Bullrich noch am Leben? Und welchen Ursprung hat der gefährliche Nebel?
Nicht alle Fragen werden hier beantwortet, vielleicht wirft dieser Teil sogar noch mehr auf – aber die Fortsetzung lässt hoffen.
Ich, für meinen Teil, bin jedenfalls begeistert und süchtig nach den Quendel und kann es kaum erwarten, wie es weitergeht.

 

 

Quendel von Caroline Ronnefeldt hat alles, was ein Fantasy-Fan braucht, um sein Herz höher schlagen zu lassen: Einzigartige und kuriose Figuren, einen wunderschönen und besonderen Erzählrhythmus und ein Land, dass mir durch seine Atmosphäre jetzt schon sehr ans Herz gewachsen ist.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

 

 

♥ Vielen Dank an den Ueberreuter Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars! ♥

 

 

Über die Autorin

Caroline Ronnefeldt studierte Kunstgeschichte in München und Illustration in Hamburg. Heute lebt und arbeitet sie als Illustratorin in der Hansestadt.
Die Inspiration für ihre Bücher findet sie auf dem Land, in dem verwunschenen Garten ihrer Familie. Immer an ihrer Seite: ihr Siamkater Willow, mit dem sie sich den Platz am Schreibtisch teilt.

Quelle: Ueberreuter Verlag

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