Rezension Agatha Christie – Das Haus an der Düne

Rezension Agatha Christie – Das Haus an der Düne

Autor: Agatha Christie
Titel: Das Haus an der Düne
Herausgeber: Atlantik Verlag 
Datum der Erstveröffentlichung: 17. September 2016
Buchlänge: 240 Seiten
Titel der Originalausgabe: Peril at End House
ISBN: 978-3-455-65129-4
Preis: TB 12,00€ / eBook 8,99€
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♥ Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt 

 

 

Beim Urlaub an der englischen Riviera machen Hercule Poirot und Captain Hastings die Bekanntschaft der bezaubernden Nick Buckley. Das Erbe der jungen Frau allerdings, ein wunderschönes altes Haus mit Blick aufs Meer, scheint Begehrlichkeiten zu wecken. Denn gleich dreimal kommt es zu mysteriösen Unfällen, denen sie nur mit Glück heil entgeht. Für Poirot steht die Sache fest: Ohne seine Hilfe ist Miss Buckleys Schicksal besiegelt.

Quelle: Atlantik Verlag

 

 

 

In meinen Augen kann kein Küstenort Südenglands St. Loo das Wasser reichen. Zu Recht gebührt ihm der Ehrentitel „Die Perle unter den Badeorten“, was einen unweigerlich an die französische Riviera erinnert. Als ich dies meinem Freund Hercule Poirot gegenüber äußerte, meinte er lediglich: „Genau das stand gestern auf der Karte im Speisewagen, mon ami. Also keine sehr originelle Bemerkung Ihrerseits.“

Mit diesen Worten beginnt er also, mein siebter Christie und zugleich mein sechster um den Meisterdetektiv Hercule Poirot.

Dieser sitzt nämlich zu Beginn mit seinem Freund Hastings in der Sonne und genießt seine Ferien – er hat es sich auch verdient. Schließlich hat er jahrelang die kniffligsten Fälle gelöst und damit die gerissensten Verbrecher überführt, doch jetzt ist es endlich und wahrhaftig Zeit für den Ruhestand. Tee trinken, Kuchen essen, mit Hastings die neu gewonnene Freiheit genießen und den August im englischen Ferienort St. Loo verbringen. Aber als er sich die Beine vertreten will, gerät auch ein Ausnahmedetektiv mal ins Stolpern und landet damit direkt vor der jungen und bezaubernden Nick Buckley.
Ganz Kavalier der alten Schule, nutzt er natürlich diese Gelegenheit, um das Fräulein näher kennenzulernen und zum Kuchenessen einzuladen und dabei stellt sich beinahe zufällig heraus, dass Nick seit geraumer Zeit merkwürdige Dinge passieren: Die Autobremsen haben nicht funktioniert, ein Bild ist von der Wand gefallen und ein Felsbrocken ist nur knapp neben ihr eingeschlagen. Für Poirot steht fest: Jemand möchte Nick Buckley töten.
Zunächst ist das Motiv unklar. Weder unter ihren Bekannten, Freunden oder Hausangestellten kann ein Hauptverdächtiger benannt werden, doch als wenig später Nick ihre Cousine Maggie als moralische Unterstützung zu sich bittet, wird diese kurz darauf während eines Feuerwerks erschossen. Das dramatische an dieser Nacht: Maggie sah Nick im Dunkeln zum Verwechseln ähnlich. Schnell wird vermutet, dass der Schuss eigentlich für Nick bestimmt war und Poirot beginnt mit seinen Ermittlungen und entdeckt schon bald etliche Widersprüche. Welches Geheimnis verbirgt sich im Haus an der Düne?

 

Poirot ist auch in diesem Teil wieder wie gewohnt in “bescheidenem” Maße in seinem Element, obgleich es viel schwieriger für ihn scheint, einen Mord zu verhindern, als einen Mord aufzuklären.
Was aber vielleicht ein bisschen verwirrt ist die Kulisse, denn diesmal spielt Agatha Christie ein lupenreines Whodunit ab, in dem eigentlich einfach sein sollte, alle augenscheinlichen Verdächtigen unter Kontorolle zu behalten. Dennoch stimmt hier etwas nicht: Es ist weder kalt noch dunkel, noch stehen finsteren Wälder um das Haus an der Düne, aus denen sich verschleierte Gestalten hinein- und hinausschleichen könnten. Stattdessen scheint die Sonne und das Böse müsste folglich ziemlich gut sichtbar sein.
Fast fühlt es sich so an, als ob die Autorin absichtlich mit den Regeln des Genres spielt, in dem sie sich mittlerweile perfekt auskennt, denn sie legt großen Wert darauf, dass der Leser erkennt, dass es diesmal keine Geheimtüren gibt, aus denen man als Täter mühelos schlüpfen könnte.
Nach und nach weiß man, wie Poirot selbst, dass der Mörder unter den wenigen verbliebenen Protagonisten stecken muss und damit hatte ich zum ersten Mal Gleichstand mit dem Detektiv – trotzdem war Poirot mir natürlich ständig mindestens einen Schritt voraus.

Das mag daran liegen, dass sich Poirot diesmal extrem in Schweigen hüllt. Selbst Hastings erfährt kaum etwas über den Stand seiner Nachforschungen und so blieb mir nichts anderes übrig, als bis zum Ende im Dunklen zu tappen – so viel zum Thema Gleichstand – und erneut daneben zu liegen 😊.
Auf ihre souveräne Art und mit der richtigen Prise britischen Humor führt uns Agatha Christie also einmal mehr an der Nase herum und das Ende, mit all den überraschenden Wendungen hat mich wirklich begeistert. Wie alles von ihr – meiner Queen of Crime.

 

 

 

Wieder ein grandioses Buch von Agatha Christie – spannend, verblüffend und unglaublich unterhaltsam!

Von daher gibt es auch eine absolute Leseempfehlung!

 

 

♥ Vielen Dank an den Atlantik Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars! ♥

 

 

Über die Autorin
Agatha Christie begründete den modernen britischen Kriminalroman und avancierte im Laufe ihres Lebens zur bekanntesten Krimiautorin aller Zeiten. Ihre beliebten Helden Hercule Poirot und Miss Marple sind – auch durch die Verfilmungen – einem Millionenpublikum bekannt. 1971 wurde sie in den Adelsstand erhoben. Agatha Christie starb 1976 im Alter von 85 Jahren.

Quelle: Atlantik Verlag

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