Rezension Agatha Christie – Die Großen Vier

Rezension Agatha Christie – Die Großen Vier

Autor: Agatha Christie
Titel: Die Großen Vier
Herausgeber: Atlantik Verlag
Datum der Erstveröffentlichung: 09. Mai 2015
Buchlänge: 224 Seiten
Titel der Originalausgabe: The Big Four
ISBN: 978-3-455-65053-2
Preis: TB 12,00€ / eBook 8,99€
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♥ Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt 

 

 

Ein Unbekannter taucht bei Poirot auf und bricht vor ihm zusammen. Wer ist der Mann? Und was hat es mit “den großen Vier” auf sich, von denen er murmelt? In einem ihrer schwierigsten Fälle geraten der Meisterdetektiv und sein Kollege Hastings in Lebensgefahr, während sie versuchen, die Machenschaften einer internationalen Verbrecherorganisation aufzudecken.

Quelle: Atlantik Verlag

 

 

 

Mein Agatha Christie Marathon geht in die nächste Runde und auch diesmal habe ich mir wieder einen Fall für Hercule Poirot geschnappt, und zwar: Die Großen Vier.
Einige haben mich zwischendurch mal gefragt, warum ich immer nur die Poirot Bücher lese und nicht auch mal einen Fall für Miss Marple und was soll ich sagen? Ich habe einen kleinen inneren Monk, der mir sagt, dass ich alles was ich lese chronologisch tun muss.
Ich kann nicht einfach wahllos querlesen – geht nicht. Ich habe es probiert, aber es funktioniert nicht. Also folgt ein Poirot nach dem nächsten, alles geordnet, alles in einer bestimmten Reihenfolge.

Deswegen also Die Großen Vier und wie es mir gefallen hat, erfahrt ihr hier (Reimt sich 😉)!

 

Hastings ist nach 18 Monaten in Argentinien auf Besuch in Europa und will seinen Freund Hercule Poirot im früheren gemeinsamen Wohnsitz überraschen. Poirot aber hockt ebenfalls auf gepackten Koffern und war gerade drauf und dran, seinerseits Hastings einen Überraschungsbesuch abzustatten. Und das nicht ohne Grund, denn trotz seiner Seekrankheit konnte Poirot einen üppig bezahlten Auftrag zu dieser Reise des US-Millionärs Ryland nicht ablehnen. Doch die Wiedersehensfreunde währt nur kurz, als die beiden Freunde plötzlich ein Geräusch aus Poirots Schlafzimmer vernehmen: Ein fremder Mann, der sich als englischer Geheimagent entpuppt – Mayerling, der vor fünf Jahren spurlos in Russland verschwunden ist!
Bald gibt es die erste Leiche und Poirot und Hastings sind fortan auf einer wilden Jagd nach der Verbrecherorganisation „die Großen Vier“, wobei nicht immer klar ist, wer Jäger und wer Gejagter ist.

 

Wie der Leser bald erfährt, handelt es sich bei den Großen Vier um eine ausgezeichnet vernetzte und auf allen Kontinenten präsente Organisation, deren vier Anführer die Weltherrschaft anstreben. Schon seit einiger Zeit haben sie es vor allem auf das britische Empire abgesehen, das sie durch Sabotage und internationale Intrigen zum Umsturz schwächen wollen.
An ihrer Spitze steht das Gehirn der Organisation, der Chinese Li Chang Yen, der mit einer Französin und einem US-Amerikaner zusammenarbeitet. Der vierte im Bunde ist der Zerstörer, ein Schauspieler, dem es stehts gelingt, in jede nur denkbare Verkleidung zu schlüpfen.
Und genau dieser vermag es selbst den großen Hercule Poirot gleich mehrfach zu täuschen.

 

Poirots Miene wurde sehr ernst.
“Es ist ein Duell auf Leben und Tod, mon ami. Sie und ich auf der einen Seite, die Großen Vier auf der anderen. Sie haben den ersten Stich gemacht, das ja, aber ihr Plan, mich loszuwerden, ist nicht aufgegangen, und in Zukunft werden sie mit mir rechnen müssen – mit Hercule Poirot!“

(Seite 21)

 

Was mir an diesem Fall besonders aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass Agatha Christie ihren Meisterdetektiv Poirot diesmal nicht in aller Seelenruhe von einem eingegrenzten Umfeld aus ermitteln lässt, sondern ihn fast schon in einen James Bond artigen Tempo von Schauplatz zu Schauplatz jagt. Actiongeladen könnte man Die Großen Vier fast schon bezeichnen und das, obwohl sich die Geschehnisse über viele Monate ausdehnen.
Mehrfach werden Poirot und Hastings in Todesfallen gelockt, denen sie nur dank der weisen Voraussicht des Detektivs entkommen und das sorgt auch dafür, dass er seine kleinen grauen Zellen diesmal besonders stark beanspruchen muss.

 

Poirot hat viele Tugenden, aber Bescheidenheit gehört nicht dazu.
(Seite 128)

 

Viele haben diesen Wandel bemängelt, denn wenn man mal ganz ehrlich ist, ist Poirot für diese Art von Ermittlungen gänzlich ungeeignet, aber mir hat es von vorne bis hinten gefallen.
Auch die Superschurken-Bande in Form der Großen Vier, die sich den gesamten Globus mit merkwürden Methoden untertan machen will, mag sicherlich oft lächerlich wirken und trotzdem konnten mich sogar die überzeugen.
Ich habe mich einfach einnehmen lassen von Poirots verschrobener Art und selbst die oben genannten Elemente konnten mir die Freunde nicht nehmen, voll und ganz in seine Welt abzutauchen. Das dramatische Finale hingegen war aber selbst für meinen Geschmack etwas zu viel des Guten aber sei`s drum: besser so als der geplante Ruhestand von Poirot. Wer will ihn schon ernsthaft Kürbisse züchten sehen?

Aber jetzt freue ich mich erstmal auf mein baldiges Wiedersehen mit ihm:  Bis ganz bald mon ami!

 

 

 

Poirot gegen ein allmächtiges Verbrechersyndikat in Form der Großen Vier konnte nicht viele Leser überzeugen – mich hingegen voll und ganz.
Ich liebe den Stil, ich mochte das Tempo und deswegen gibt es auch eine klare Leseempfehlung von mir!
Christie-Einsteiger sollten trotzdem mit einem anderen Fall von Poirot beginnen.

 

 

♥ Vielen Dank an den Atlantik Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars! ♥

 

 

Über die Autorin
Agatha Christie begründete den modernen britischen Kriminalroman und avancierte im Laufe ihres Lebens zur bekanntesten Krimiautorin aller Zeiten. Ihre beliebten Helden Hercule Poirot und Miss Marple sind – auch durch die Verfilmungen – einem Millionenpublikum bekannt. 1971 wurde sie in den Adelsstand erhoben. Agatha Christie starb 1976 im Alter von 85 Jahren.

Quelle: Atlantik Verlag

 

 

 

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