Rezension Emma Rowley – Ein gutes Mädchen

Rezension Emma Rowley – Ein gutes Mädchen

Autor: Emma Rowley
Titel: Ein gutes Mädchen
Herausgeber: Knaur Verlag
Datum der Erstveröffentlichung: 03. August 2020
Buchlänge: 352 Seiten
Titel der Originalausgabe: Where The Missing Go
ISBN: 978-3-426-52431-2
Preis: TB 9,99€ / eBook 9,99€
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♥ Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt 

 

 

Auch zwei Jahre nach dem plötzlichen Verschwinden ihrer 16-jährigen Tochter Sophie hat Kate Harlow die Suche nach Antworten nicht aufgegeben. Zwar hat die Polizei Sophie wegen einer entsprechenden Notiz des Mädchens recht schnell als Ausreißerin eingestuft, doch Kate kann sich einfach nicht vorstellen, weshalb ihre Tochter hätte weglaufen sollen.
Seitdem arbeitet Kate bei einer Hotline für Ausreißer – wo sie eines Nachts einen erschütternden Anruf erhält: »Ich war nie weg«, sagt eine Mädchen-Stimme, dann wird aufgelegt. War es tatsächlich Sophie? Fieberhaft geht Kate erneut alle Unterlagen durch, nimmt Kontakt zu Sophies alten Freunden auf – und entdeckt schließlich etwas, dass das Verschwinden ihrer Tochter und ihre idyllische Kleinstadt-Nachbarschaft in einem völlig neuen Licht erscheinen lässt …

Quelle: Knaur Verlag

 

 

 

Lest ihr gerne Thriller und wenn ja, was macht für euch einen guten aus?
Für mich sind es ganz klar Spannung, glaubwürdige Charaktere und eine Wendung, die ich so nicht erwartet hätte.
Allerdings kommt es leider häufig vor, dass ich mindestens eine von diesen Zutaten vermisse und so aus einem erhofften Pageturner nur ein gutes Buch wird, das ich zwar sehr gerne gelesen habe, aber wohl nicht allzu lange in meinem Gedächtnis bleiben wird.
Deswegen probiere ich auch gerne neue Autoren aus, von denen ich bisher noch nichts gelesen habe und als Ein gutes Mädchen von Emma Rowley bei mir ankam, lies ich sofort alles stehen und liegen und lernte eine Autorin kenn, die durchaus das Potential hat, auf meiner Top 10 Liste meiner liebsten Autoren im Thrillerbereich zu landen.

 

Zwei Jahre sind seit dem Verschwinden der damals 16-jährigen Sophie vergangen und trotzdem hat ihre Mutter Kate die Hoffnung auf ein Wiedersehen nie aufgegeben. Zwar ging ihre Ehe mit Mark dadurch in die Brüche, doch ihren Glauben daran, ihre Tochter endlich wieder in die Arme schließen zu können, halten sie am Leben. Tagsüber versucht sie ihren Alltag zu bestreiten, nachts arbeitet sie ehrenamtlich bei einer Telefonseelsorge, als eine junge Frau anruft, die exakt wie Sophie klingt. Doch weder ihre Familie noch die Polizei will ihr so richtig glauben.

 

Kennt ihr die Fabel von Hirten und dem Wolf?
Hier geht es um einen Jungen, der aus Langeweile das Wort Wolf! brüllt, sodass alle Dorfbewohner in der Nähe ihm zur Hilfe eilen, nur um herausfinden müssen, dass es sich lediglich um einen dummen Streich handelt. Als der Junge daraufhin aber wirklich einem Wolf begegnet, ignoriert die Bevölkerung seine Hilferufe und so frisst der Wolf die ganze Herde.

Ähnlich ergeht es Kate, die seit Jahren auf der Suche nach ihrer Tochter ist und dabei immer wieder auf Hinweise stößt, die möglicherweise zu ihr führen könnten. Denn sie glaubt trotz des eindeutigen Abschiedsbriefes nicht daran, dass Sophie freiwillig ihr Elternhaus verlassen hat, um allein ihr Leben zu bestreiten. Doch alle gesammelten Anhaltspunkte verlaufen ins Leere und so schenkt niemand mehr der verzweifelten Mutter ihre Aufmerksamkeit, als sie von dem Telefonat berichtet, das angeblich von ihrer Tochter ausging.

Es ist wirkliche eine Horrorvorstellung, was Kate da auf diesen knapp 350 Seiten durchmachen muss und ich als Mutter würde wahrscheinlich auch nie die Hoffnung aufgeben, mein Kind irgendwann wiederzusehen. Egal wie alt meine Tochter ist und egal, was sie in so einem Macht-euch-keine-Sorgen-Abschiedsbrief da hineinschreiben würde, so ganz überzeugt wäre mein Herz nie von diesem Entschluss.

Emma Rowley schafft es über die gesamte Länge der Story eine knisternde Spannung aufrecht zu erhalten, und auch wenn sie den Psychothriller mit ihrer Geschichte nicht wirklich neu erfindet, sondern auf genretypische Eckpfeiler setzt, konnte mich Ein gutes Mädchen dennoch überzeugen.
Die zweite Hälfte nimmt durch ein zweite Erzählperspektive noch einmal richtig an Fahrt auf und macht aus der unermüdlichen Spurensuche einer Mutter ein kurzweiliges Buch, dass ich sehr gerne gelesen habe.

 

 

 

Ein gutes Mädchen bietet spannende Unterhaltung, glaubwürdige Charaktere und eine Wendung, die ich so nicht vorhergesehen habe – also alles, was einen guten Thriller für mich ausmacht.
Klare Leseempfehlung!

 

 

♥ Vielen Dank an den Knaur Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars! ♥

 

 

 

 

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