Rezension Stephen King – Die Leiche

Rezension Stephen King – Die Leiche

Autor: Stephen King
Titel: Die Leiche
Herausgeber: Heyne Verlag
Datum der Erstveröffentlichung: 11. Mai 2020
Buchlänge: 256 Seiten
Titel der Originalausgabe: The Body
ISBN: 978-3-453-44031-9
Preis: TB 9,99€ / eBook 9,99€
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♥ Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt 

 

 

Die vier besten Freunde Gordon, Chris, Teddy und Vern aus Castle Rock hören von der Leiche eines gleichaltrigen Jungen, die in der Gegend an den Bahngleisen liegen soll. Sie wagen sich auf einer abenteuerlichen Suche tief in die Wälder Maines, wo sie bei Sonnenschein und Blitz und Donner mehr über die Liebe, den Tod und die eigene Sterblichkeit erfahren, als ihnen lieb ist.

Quelle: Heyne Verlag 

 

 

 

Sobald von einem meiner Lieblingsautoren ein neues Buch erscheint, gibt es für mich kein Halten mehr – sofort wird mein aktuelles Buch zur Seite geworfen und schon kanns losgehen mit dem neuesten Schatz. Nicht anders war es auch, als endlich Die Leiche von Stephen King bei mir eingetroffen ist und obwohl ich die Story bereits als Herbstgeschichte aus Kings Erzählband Frühling, Sommer, Herbst und Winter kenne, gab es für mich kein halten mehr (Anmerkung am Rande: Bei diesem Buch handelt es sich sogar um einen autobiografischen Roman).

Im Sommer des Jahres 1959 wird in Maine der Junge Ray Brower als vermisst gemeldet.
Vern belauscht seinen größeren Bruder und dessen Freund, dass diese die Leiche des gesuchten Jungen gefunden, aber überrascht und schockiert das Weite gesucht haben. Daraufhin weiht er wiederum seine drei Freunde Gordon, Teddy und Chris in die Sache ein und die vier beschließen kurzerhand, sich heimlich auf den Weg zu machen, um zum ersten Mal einen echten Toten zu sehen. Und so starten sie eine Wanderung zum Fundort, die für sie mit vielen Prüfungen verbunden ist.

Kommt euch der Inhalt bekannt vor? Kann durchaus sein, denn Die Leiche wurde nicht nur, wie bereits erwähnt, schon 1982 erstmal veröffentlicht, sondern diente auch als Vorlage zu dem Film Stand by me. Bereits in meiner Kindheit lief dieser auf Videokassette wochenlang rauf und runter und auch heute noch zählt er für mich zu meinen All-Time Favorites von King.
Aber kann ich das von dem Buch nun auch behaupten? Um es kurz zu machen: Leider nicht ganz.

Was mich aber definitiv überzeugt hat sind die Charaktere selbst, die der Autor in gewohnter Manier wunderbar herausgearbeitet hat. Er durchleuchtet sie nicht nur gründlich, sondern gibt ihnen auch eine Hintergrundgeschichte und das ist ein Aspekt, der für mich sehr besonders ist. Man muss sich überlegen, dass das Buch als Novelle geschrieben ist und mit seinen knapp 250 Seiten eine komplette Geschichte erzählt – manchen Autoren hingegen reicht diese Seitenanzahl oftmals nicht, um auch nur annähernd auf den Punkt zu kommen.
Hier hingegen harmoniert man schon nach wenigen Seiten mit den vier Freunden und leidet, freut und fürchtet sich mit ihnen.
Auch die einzelnen Schauplätze und Szenen sind sehr ausführlich beschrieben, denn dafür braucht King ebenfalls weniger Worte als sonst. Man riecht das Lagerfeuer, spürt die Vibration der Eisenbahnschienen und kann vor seinem inneren Auge auch den Schrottplatz mit seinen Einzelheiten erkennen.
Sogar die Spannung entsteht an den richtigen Stellen und hält sich mit ruhigeren Szenen sehr gut die Waage. Immer wieder kann man einfach abschalten und das eben gelesene verarbeiten, nur um ein Kapitel später seine Nerven mit einer Tasse Tee zu beruhigen – ja Stephen King ist einfach ein Meister seines Fachs.

Und doch hat mir irgendwas gefehlt, dass mich sonst dazu bringt, seinen Büchern die vollen 5 Sterne zu geben. Ich weiß ehrlich nicht, was genau, aber war es einfach die Länge. Denn nicht immer steckt in der Kürze die Würze – ich jedenfalls mag meine Kings eher lang.

 

 

 

Eine gelungene Novelle im King-Universum, dass auch schreckhafte Leser beruhigt kaufen können. Von mir gibt’s definitiv eine Leseempfehlung, auch wenn es nicht mein Lieblingsbuch von diesem großartigen Autor werden wird.

 

 

♥ Vielen Dank an den Heyne Verlag der Verlagsgruppe Randomhouse für die Zusendung des Rezensionsexemplars! ♥

 

 

Über den Autor
Stephen King wurde am 21. September 1947 in Portland, Maine, geboren. Er zählt zu den erfolgreichsten Autoren des späten 20. Jahrhunderts. Insgesamt hat der vielfach ausgezeichnete Bestsellerautor über 40 Romane, über 100 Kurzgeschichten, Novellen, Drehbücher, Gedichte, Essays, Kolumnen und Sachbücher veröffentlicht. Ende 2003 erhält Stephen King den »National Book Award« für sein Lebenswerk. Weltweit hat er 400 Millionen Bücher in mehr als 40 Sprachen verkauft. Mit seiner Frau Tabitha lebt er in Bangor, Maine. Stephen King hat eine Tochter und zwei Söhne.

Zwischen 1966 und 1970 studiert Stephen King Englisch an der Universität von Maine, wo er Tabitha Spruce kennenlernt und ein Jahr später heiratet. Nach seinem Examen arbeitet King in der Stadt Hampton in Maine als Englischlehrer. Mit Nachtschichten als Bügler in einer Wäscherei hält er sich über Wasser. In der wenigen Freizeit schreibt er Kurzgeschichten. Obwohl es ihm hin und wieder gelingt, eine Geschichte zu verkaufen, ist er noch weit davon entfernt, sich sein Einkommen allein durch seine Arbeit als Schriftsteller sichern zu können. Er schreibt mehrere Romane, für die er aber keinen Verlag findet. Er zweifelt an seiner schriftstellerischen Begabung. Später veröffentlicht er diese Romane überarbeitet unter dem Pseudonym Richard Bachman.

In einem gemieteten Wohnwagen beginnt King seinen Roman Carrie zu schreiben. Wie King später verrät, hielt er das Carrie-Manuskript beim Durchlesen für schlecht und beförderte es in den Müll. Seine Frau fischte es heraus und spornte King dazu an, das Buch zu vollenden. 1973 kauft der Verlag Doubleday den Roman. Die Veröffentlichung seines Debüts im Jahr 1974 und dessen erfolgreiche Verfilmung machen Stephen King schlagartig berühmt. Er entschließt sich, den Lehrerberuf aufzugeben und sich ganz dem Schreiben zu widmen. Wenig später erscheint sein zweiter Roman The Shining – sein erster Roman, der auf der Bestsellerliste erscheint. Mit ebenfalls großem Erfolg veröffentlicht King in den folgenden Jahren weitere Romane und Kurzgeschichtensammlungen. Viele seiner Romane wurden fürs Kino oder das Fernsehen verfilmt; im Jahr 2017 werden gleich zwei große Projekte auf die Leinwand kommen: Der Dunkle Turm und eine Neuverfilmung von ES.

Im Mittelpunkt von Stephen Kings Gesamtwerk steht der siebenbändige Fantasy-Zyklus Der Dunkle Turm um den Revolvermann Roland. King selbst bezeichnet den Dunklen Turm – eine Fusion aus verschiedensten Zeiten, Orten und Geschichten – als sein wichtigstes Werk.

»Die Leute denken, ich sei ein sehr merkwürdiger Mensch. Das ist aber nicht korrekt. Ich habe das Herz eines kleinen Jungen. Es steht in einem Glas auf meinem Schreibtisch.« Stephen King über Stephen King

Quelle: Heyne Verlag

 

 

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