Rezension Colleen Hoover – Verity

Rezension Colleen Hoover – Verity

Autor: Colleen Hoover
Titel: Verity
Herausgeber: bold Verlag / dtv Verlagsgesellschaft 
Datum der Erstveröffentlichung: 13. März 2020
Buchlänge: 368 Seiten
Titel der Originalausgabe: Verity
ISBN: 978-3-423-23012-4
Preis: Broschiert 14,90€ / eBook 12,99€
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 Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt 

 

 

Die Jungautorin Lowen Ashleigh bekommt ein Angebot, das sie unmöglich ablehnen kann: Sie soll die gefeierten Psychothriller von Starautorin Verity Crawford zu Ende schreiben. Diese ist seit einem Autounfall, der unmittelbar auf denTod ihrer beiden Töchter folgte, nicht mehr ansprechbar und ein dauerhafter Pflegefall.
Lowen akzeptiert – auch, weil sie sich zu Veritys Ehemann Jeremy hingezogen fühlt. Während ihrer Recherchen im Haus der Crawfords findet sie Veritys Tagebuch und darin offenbart sich Lowen Schreckliches…

Quelle: bold Verlag / dtv Verlagsgesellschaft  

 

 

Mittlerweile passiert es mir relativ selten, dass sich während des Lesens meine Eingeweide zusammenziehen, weil die Worte, die vor mir schwarz auf weiß stehen so erdrückend und fordernd sind, dass ich davor am liebsten die Augen verschließen möchte. Es passiert ebenso relativ selten, dass mich Bücher von Lieblingsautoren noch überraschen können, denn meistens sind diese gewohnt gut und wandern fast automatisch, nach meiner 5 Sterne Bewertung, ins Regal zu den anderen. Aber nicht so bei Colleen Hoover, denn diese Autorin hat es bisher mit all ihren Romanen geschafft, mich innehalten zu lassen, selbst nachdem ihr Buch bereits zu Ende war. Sie drücken einen in die Couch um erst einmal tief durchzuatmen, weil man verarbeiten muss, was man da gelesen hat. Bücher von ihr klappt man nicht einfach zu, nur um danach zu einem anderen zu greifen, denn sie treffen einen persönlich, egal über was sie schreibt und Verity war eins, das mich bisher am meisten getroffen hat.

Lowen Ashleigh lebt als mäßig erfolgreiche Autorin in New York, als sie ein Angebot bekommt, das sie aufgrund ihres fast schon notorischen Geldmangels unmöglich ausschlagen kann: Sie soll die letzten drei Bände der Beststeller-Reihe von Verity Crawford fertig schreiben, da diese nach einem Autounfall nicht mehr in der Lage dazu ist. Um bereits notierte Ideen und Grundgerüste von Verity einsehen zu können, zieht sie kurzerhand in das Haus der Crawfords und lernt dabei nicht nur den Sohn der Familie näher kennen, sondern auch Jeremy, Veritys Mann, zu dem sie sich schon bald körperlich hingezogen fühlt. Doch als sie im Büro auf eine versteckte und verstörende Biographie der Autorin stößt, fürchtet sie sich bald um mehr, als ihre eigene Sicherheit. 

 

Meine Mutter hat immer gesagt, Häuser hätten eine Seele. Wenn das stimmt, dann hat das Haus von Verity Crawford eine ziemlich schwarze Seele.
(Seite 58)

 

Colleen Hoover ist für mich eine Meisterin der Worte, die es immer wieder nach den ersten Seiten schafft, mich als Leser an ihre Buchseiten zu fesseln. Egal ob sie über die perfekte Liebe, häusliche Gewalt oder den unerfüllten Kinderwunsch eines Paares schreibt, die umschriebenen Gefühle ihrer Protagonisten treffen stets in schwarze und irgendwann auch mitten ins Herz, nur um dort für ordentlich Wirbel zu sorgen – aber am Ende wird vieles gut und das Ausatmen zu einer wohligen Erleichterung.
Doch dann erschienen Was perfekt war und Too Late im bold Verlag und bereits hier merkte man, dass diese Bücher anders waren: Reifer, erwachsender und definitiv nicht mehr in die typische CoHo Schublade passten. Und mir gefiel es, denn die Autorin entwickelt sich und zeigt die Liebe in all ihren Facetten. Von wunderschön und einnehmend bis hin zu toxisch und gefährlich war alles dabei, doch nun, mit Verity, schlug mein Herz während des Lesens noch einmal komplett anders und intensiver, denn es ist heftig, in welchen Strudel man als Leser hier hineingezogen wird.
Die Atmosphäre ist düster, während das gelesene brutal mit den eigenen Gefühlen spielt und auch wenn man vorher schon weiß, dass nie etwas Gutes dabei herauskommt, wenn man fremde Tagebücher liest, hebt Colleen Hoover hiermit nochmal alles auf ein neues Level. Sie zeigt, wie tief der Abgrund einer Seele doch sein kann und dass man sich immer in einem Menschen täuschen kann, egal wie lange man ihn schon kennt – denn die Gedanken sind frei, und selbst Jeremy und Lowen bekommen das deutlich zu spüren. 

Kurzum, Verity ist großartig geschrieben. Es ist ein spannendes, unheimliches und schockierendes Buch, das man stellenweise am liebsten weglegen würde, weil man das Gefühl hat, es nicht mehr ertragen zu können. Es ist eindringlich und bietet genau die richtige Mischung aus Thriller, Romantik und Irreführung, die dir nicht erlaubt, aus diesem Alptraum zu erwachen, ehe die letzte Seite gelesen ist. Aber was das alles noch übertrifft ist das Ende, denn genau das stellt dein ganzes Leseerlebnis noch einmal in Frage und sorgt dafür, dass du das Buch nochmal lesen willst. 

 

 

Eine Liebesgeschichte, die sich wie ein grandios durchdachter Thriller anfühlt – gibt es nicht? Dann lest mal das neueste Werk von Colleen Hoover und lasst euch eines Besseren belehren, denn Verity ist einzigartig und sticht für mich aus all ihren Büchern bisher am deutlichsten hervor.
Für mich ein Jahreshighlight von der ersten bis zur letzten Seite!

 

 

♥ Vielen Dank an den bold Verlag der dtv Verlagsgesellschaft für die Zusendung des Rezensionsexemplars! ♥

 

 

Über die Autorin
Colleen Hoover ist nichts so wichtig wie ihre Leser. Ihr Debüt ›Weil ich Layken liebe‹, das sie zunächst als eBook im Selfpublishing veröffentlichte, sprang sofort auf die Bestsellerliste der ›New York Times‹. Mittlerweile hat sie auch in Deutschland die Bestsellerliste erobert. Mit ›Nur noch ein einziges Mal‹ stand sie mehrere Wochen auf Platz 1. Weltweit verfügt sie über eine riesige Fangemeinde. Colleen Hoover lebt mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Texas.

Quelle: bold Verlag / dtv Verlagsgesellschaft  

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