Rezension Moni Nilsson – So viel Liebe

Rezension  Moni Nilsson – So viel Liebe

Autor: Moni Nilsson
Titel: So viel Liebe
Herausgeber: Carlsen Verlag 
Datum der Erstveröffentlichung: 31. Januar 2020
Buchlänge: 128 Seiten
Titel der Originalausgabe:  Saa mycket kärlek kan inte dö
ISBN: 978-3-551-55392-8
Preis: HC 12,00€ / eBook 7,99€
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♥ Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt ♥

 

 

»Vergiss diese Reise nie«, hatte Mama gesagt, »Wochen wie diese sind genauso lang wie fünfzehn ziemlich langweilige Jahre.«
Sie hatten am Strand gesessen, die Füße im Meer. Mama war schon damals krank gewesen, aber nicht so schlimm wie jetzt. Der Krebs ist zurückgekommen und Lea begreift allmählich, dass ihrer Mutter nicht mehr viel Zeit bleibt. Verzweifelt stemmt sie sich gegen das unerbittliche Schicksal. Aber das ist unmöglich und so packen Mama, Lea, Lukas und Papa so viel Liebe wie möglich in die letzten Wochen.

Ein tröstliches Buch über Krankheit, Tod, Liebe und Glück

Quelle: Carlsen Verlag  

 

 

Letztes Jahr schon habe ich ein ähnliches Buch aus dem Carsen Verlag gelesen: Mein Bruder und ich und das ganze Universum (zur Rezension geht’s hier entlang). Vielleicht erinnert ihr euch sogar noch daran, wie mich dieses Buch damals mitgenommen hat, weil es so ganz anders war, als alles, was ich bisher gelesen habe. Es war nämlich aus der Sicht eines Kindes geschrieben und die Gefühle, die dadurch zum Leser transportiert wurden, waren um einiges intensiver, als ich es sonst so gewohnt bin.
Und nun hat Moni Nilsson mit So viel Liebe eine ähnliche Geschichte geschrieben, auch wieder aus der Sicht einer jungen Hauptprotagonistin selbst, und ich kann euch jetzt schon verraten, dass ich ähnlich ergriffen war, wie damals. 

Als Leas Mutter auf einer Krebs Gala dem Fernsehen gegenüber erzählt, dass sie sterben wird, schauen alle zu – alle bis auf Lea selbst. Sie erfährt es erst am nächsten Tag von ihrer besten Freundin Noa und darauf reagiert sie erst einmal mit Wut und Enttäuschung. Lea ist sauer, weil sie sich belogen und hintergangen fühlt und beschließt deshalb, die Überbringerin der Nachricht, also Noa, von nun an zu meiden. Denn ihrer Meinung nach kann ihre Mutter gar nicht sterben, wenn sie ihre Freundin nur genug hasst. 

 

“Entschuldigt”, sagt sie an einem Tag, als sie ein Weilchen länger wach ist. 
“Entschuldigt, dass ich nicht mehr kämpfen kann.”
(Seite 117)

 

Ich glaube, dass So viel Liebe das erste Buch überhaupt war, das mir bereits beim Lesen der Widmung die Tränen in die Augen getrieben hat und auch der Rest, die ganze Geschichte, zusammen mit dem Schreibstil der Autorin, haben wieder einmal mein Herz berührt.
Bereits zu Beginn erfahren wir ja, dass Leas Mutter an Krebs erkrankt ist und die Aussicht auf Besserung schwindend gering bis gar nicht vorhanden ist – nur war das Lea bis dato überhaupt nicht bewusst. Sie hat immer daran geglaubt, dass ihre Mutter den Kampf gewinnen wird, auch wenn die langen Klinkaufenthalte sie oft geschwächt haben, aber der Tod war für sie nie ein Thema.
Und dann kam das Fernsehinterview und mit diesem auch die ganze Wut auf die Krankheit und die beste Freundin, doch egal was Lea auch versucht, aufhalten kann sie den Krebs nicht.
Ich konnte mich so verdammt gut in das Mädchen hineinversetzen, habe mir ihr getrauert und auf den Tisch geschlagen, mich aber auch gefreut, als sie auf die Glatze ihrer Mutter die Meeresbewohnern vom letzten gemeinsamen Familienurlaub malen durfte. Dabei kommt nicht nur Lea sehr stark herüber, sondern auch die Mutter, die sich ihren Kummer den Kindern gegenüber nie anmerken lässt und dieser starke familiäre Zusammenhalt hat mich ungemein beeindruckt. Auch die Briefe, die Lea später erhält, haben mich zu Tränen gerührt und ich kann nur immer wieder betonen, wie wichtig solche Bücher sind: Für betroffene Familien, aber auch für Kinder, die mit solch einer schrecklichen Krankheit vielleicht noch gar nichts zu tun hatten. 

Mir hat So viel Liebe jedenfalls unglaublich gut gefallen und wenn ihr euch darauf einlasst, könnt ihr auf jeder Seite die Liebe spüren, mit der die Autorin ihre Worte gespickt hat. 

 

 

Ein Roman der viel nimmt, aber auch ganz viel zurückgibt und Trost spendet – warmherzig, gefühlvoll und doch so traurig.
So viel Liebe ist eine Geschichte über die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

 

 

♥ Vielen Dank an den Carlsen Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars! ♥

 

 

Über die Autorin 
Moni Nilsson wurde 1955 in Bandhagen, Stockholm, geboren und ist eine der bedeutendsten schwedischen Schriftstellerinnen mit zahlreichen Veröffentlichungen weltweit. Bekannt wurde sie im deutschsprachigen Raum vor allem durch ihre – später auch verfilmte – Kinderromanreihe Tsatsiki-Tsatsiki. Dies ist ihr erstes Buch bei Carlsen.

Quelle: Carlsen Verlag

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