Rezension Agatha Christie – Und dann gab`s keines mehr

Rezension Agatha Christie – Und dann gab`s keines mehr

Autor: Agatha Christie
Titel: Und dann gab`s keines mehr
Herausgeber: Atlantik Verlag 
Datum der Erstveröffentlichung: 04. September 2015
Buchlänge: 224 Seiten
Titel der Originalausgabe: And then there were none
ISBN: 978-3-455-65071-6
Preis: TB 12,00€ / eBook 7,99€
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 Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt 

 

 

Zehn Männer und Frauen aus ganz unterschiedlichen Kreisen bekommen eine Einladung, die sie auf eine abgeschiedene Insel vor der Küste Devons lockt. Der Gastgeber, ein gewisser U. N. Owen, bleibt unsichtbar. Erst als die Gesellschaft beim Dinner zusammensitzt, ertönt seine Stimme aus einem alten Grammophon und verheißt Unheil. Ein Gast nach dem anderen kommt zu Tode, während die Verbleibenden verzweifelt versuchen, den Mörder zu enttarnen…

Quelle: Atlantik Verlag  

 

 

Mit bisher 100 Millionen verkaufen Exemplaren ist Und dann gab‘s keines mehr das meinst verkaufte Buch von Agatha Christie und wird auch in Deutschland seit Jahren ständig neu aufgelegt. Außerhalb des Genres wurde dieses Buch jedoch vor einigen Jahren aufgrund seines anrüchigen Titels bekannt. Ten Little Niggers betitelte Christie ihr Werk 1939, denn so hatte Frank Green 1869 seinen unsterblich gewordenen Kinderreim genannt, welcher der Verfasserin als Grundlage für ihr streng konstruiertes Mordrätsel diente.
Auch bei uns erschien das Buch 1985 neu übersetzt unter dem Titel Zehn kleine Negerlein, wurde aber 2003 geändert und erscheint seither unter dem bis heute verwendeten Titel Und dann gab‘s keines mehr.

 

Eine Insel hatte etwas Magisches – das Wort allein setzte Phantasie frei – eine Insel war ein Kosmos für sich. Man verlor den Bezug zur Welt – eine Insel war eine ganz eigene Welt. Eine Welt, aus der man vielleicht nie wieder zurückkehrte.
(Seite 33)

 

Wer ist Ulrick Norman Owen oder auch Mr. U. N. Owen alias Mr. Unknown?
Diese Frage stellen sich zehn Männer und Frauen, die von ihrer Herkunft und ihrer Lebensart unterschiedlicher nicht sein könnten, als besagter Mr. Owen sie für ein paar Tage auf eine Insel einlädt, die er vor einiger Zeit erwarb. Nigger Island heißt sie, liegt vor der Küste der englischen Grafschaft Devon und wird von einem edlen Landsitz gekrönt. Zwar sind Anwesen und Insel außergewöhnlich schön und luxuriös, leider aber auch sehr abgeschieden, eine regelmäßige Fährenverbindung zum Festland gibt es nicht. Und genau das wird fatal für unsere zehn Gäste, denn sie alle hüten ein Geheimnis: In ihrer Vergangenheit haben sie sich diverser Verfehlungen und Verbrechen schuldig gemacht, die bisher unbestraft blieben. 

Ich muss gestehen, dass dieses Buch mein erstes war, dass ich von der Autorin gelesen habe, obwohl Mord im Orientexpress schon ewig in meinem Bücherregal steht. Aber das wird sich jetzt definitiv ändern, denn Und dann gab‘s keines mehr hat mir, um es gleich vornweg zu nehmen, außerordentlich gut gefallen und gehört mich ab heute zu jenen Büchern, die jeder Krimi-Fan gelesen haben sollte.  

Die Geschichte beginnt direkt sehr spannend, da keiner der Charaktere wirklich weiß, was ihn auf der Insel wohl erwarten wird, wohingegen wir als Leser durch den Klappentext bereits informiert sind, dass es auf keinen Fall etwas Gutes sein wird.
Und dann ertönt plötzlich nach dem Abendessen am ersten Tag eine Stimme, die jeden einzelnen von ihnen eines Mordes bezichtigt – Morde, für die sie bisher nicht zur Rechenschaft gezogen wurden. Natürlich streiten alle vorerst sämtliche Anschuldigungen ab, aber nach und nach bringt jeder ein ziemlich gutes Plädoyer zu seiner Verteidigung vor. Doch bald darauf erstickt der erste Gast an seinem Drink und merkwürdigerweise hat genau das der alte Kinderreim der Zehn kleine Negerlein, welches in jedem Zimmer schön eingerahmt auf dem Kaminsims vorzufinden ist,  vorhergesagt. 

Wer ist es gewesen? Diese Frage beschäftigt von nun an nicht nur die übrigen neun Bewohner, sondern auch den Leser selbst und diese Neugier steigert sich immer mehr, je mehr Gäste ins Gras beißen müssen.
Dieser Handlungsverlauf hat schließlich auch dafür gesorgt, dass ich die Figuren im Einzelnen als gar nicht mehr so wichtig erachtete, sondern mein Fokus eher auf die Gruppe von Verdächtigen gelenkt war. Die Männer und Frauen bleiben daher tatsächlich etwas Fremd, aber ich empfand das sogar als sehr passend, denn so verharren nicht nur die Protagonisten in ihrer Unsicherheit, sondern auch wir – jeder ist verdächtig!

Im Fokus der Geschichte steht also ganz klar die Gerechtigkeit, denn hier wird über Menschen gerichtet, denen die übliche Strafverfolgung nichts nachweisen konnte. Und das, zusammen mit dem altbekannten Kinderreim, hat mir des Öfteren eine kleine Gänsehaut beschert.
Es ist bemerkenswert, wie oft es Agatha Christie geschafft hat mich auf eine völlig falsche Fährte zu locken und man als Leser ständig irgendeinen andren im Verdacht hat, bis auch dieser plötzlich tot auf der Erde liegt. Man kann sich wirklich nie sicher sein wer für diesen Wahnsinn nun verantwortlich ist und genau das hat mich den Horror auf Nigger Island auch sehr gut nachvollziehen lassen.

 

 

Und dann gab`s keines mehr ist ein hochkarätiger Mystery-Krimi der von Agatha Christie, dessen Handlung streng konstruiert einem alten Kinderreim folgt. Das tödliche Rätselraten in bizarrer Kulisse hat mir außerordentlich gut gefallen und deshalb gibt es von mir auch eine lupenreine Leseempfehlung!

 

 

♥ Vielen Dank an den Atlantik Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars! ♥

 

 

Über die Autorin
Agatha Christie begründete den modernen britischen Kriminalroman und avancierte im Laufe ihres Lebens zur bekanntesten Krimiautorin aller Zeiten. Ihre beliebten Helden Hercule Poirot und Miss Marple sind – auch durch die Verfilmungen – einem Millionenpublikum bekannt. 1971 wurde sie in den Adelsstand erhoben. Agatha Christie starb 1976 im Alter von 85 Jahre

Quelle: Atlantik Verlag  

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