Rezension Nina Blazon – Rabenherz und Eismund

Rezension Nina Blazon – Rabenherz und Eismund

Autor: Nina Blazon
Titel: Rabenherz und Eismund
Herausgeber: cbj Jugendbuchverlag 
Datum der Erstveröffentlichung: 25. November 2019
Buchlänge: 544 Seiten
ISBN: 978-3-570-16365-8
Preis: HC 18,00€ / eBook 11,99€
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♥ Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt ♥

 

 

Das Land über dem gefrorenen Himmel hat Mailin bisher für ein schönes Märchen gehalten, mehr nicht. Als eines Tages ihre Freundin Silja angeblich ins Reich des Winterkönigs entführt wird, macht die unerschrockene Mailin sich auf einen gefährlichen Weg. Toma aus dem Clan der Elchreiter und Birgida, selbst eine Gefangene des Winterkönigs, helfen ihr, sich in dessen Schloss einzuschleichen – doch was hat es mit dem rätselhaften Eisprinzen auf sich, den sie in einem geheimen Trakt entdecken und den sie alle drei aus ihren Träumen kennen?

Quelle: cbj Jugendbuchverlag

 

 

Manchmal merkt man gar nicht, wie sehr einen Geschichten begeistern, während man sie liest. Sie beginnen so langsam und leise, dass man eigentlich dieses *ping* hören müsste, wenn es dann soweit ist. Aber bei Rabenherz und Eismund hab ich genau das erst gemerkt, als ich das Buch beendet und dabei ein seliges Lächeln auf den Lippen hatte.
Ich musste wirklich lange überlegen, wann mich ein Buch das letzte Mal so überrascht hat, war ich doch mit null Erwartungen an diese Geschichte herangegangen – dabei ist es oft so, dass es genau diese Worte dann sind, die einen begeistern. 

In einer Welt, in der immer schon strenge Winter geherrscht haben, bricht endlich der Sommer an. Anfangs sind die Bewohner aus Falún sehr skeptisch, ist ihnen die märchenhafte Geschichte um die kalte Königin und den Winterkönig, dessen Herz aus Eis besteht, immer präsent, aber da das auch bedeutet, dass von nun an erstmal keine Kinder mehr in den kalten Winternächten geraubt werden, beruhigen sich die Gemüter langsam. Doch der Winter kehrt zurück und Mailín, ein Winterkind, das die Schrecken jener grausamen Nächte nur allzu gut kennt, bricht mit ein paar Freunden auf um mehr in Erfahrung zu bringen – nur führt sie ihre Reise allein hinauf ins Land der gefrorenen Himmel und in das Land, in dem die vermeintlichen Märchen Wirklichkeit werden.  

 

Wir sind nicht dafür gemacht, ohne Verletzungen zu bleiben, Rabenherz. Und manchmal sind Narben auf der Haut der kleinere Preis. 
(Seite 323)

 

Für viele ist Nina Blazon aus dem deutschen Jugendbuchmarkt gar nicht mehr wegzudenken und auch ich greife immer wieder gerne zu ihren Geschichten, weil sie ein ganz besonders Talent dafür hat, mich mit ihren Büchern zu beeindrucken. Und auch diesmal hat sie mich in eine Welt entführt, die schöner, aber auch grausamer und kälter nicht sein könnte – nämlich in das Land des Winterkönigs.
Und selbst wenn man, wie ich, kein großer Freund von Schneelandschaften und Eisbergen ist, sind das Setting und die Landschaftsbeschreibungen großartig und wunderschön gelungen.
Auch ihre Figuren hat die Autorin wieder abwechslungsreich, glaubwürdig, facettenreich und äußerst sympathisch geschrieben, aber vor allem Eismund war es, der mich schlichtweg nicht mehr losgelassen hat (Randnotiz: Wer Zorya noch aus Ascheherz kennt, kann sich hier zudem auch über ein Wiedersehen mit ihr freuen). 

Doch nicht nur mit ihren Figuren und dem Worldbuilding punktet die Autorin bei mir, der allergrößte Schatz liegt definitiv in ihrem Schreibstil verborgen, den ich für einzigartig halte. Oft reichen ein paar Sätze von ihr um mich gefangen zu nehmen und genau diese Worte bilden Buch für Buch eine außergewöhnliche und anspruchsvolle Geschichte, der man sich nur schwer entziehen kann. Durch ihre bildgewaltige Sprache und dem schier endlosen Ideenreichtum entstehen unfassbar schöne Kulissen, an denen sich das innere Auge kaum sattsehen kann und auch in Rabenherz und Eismund ging mir oft das Herz auf, weil ich das Gefühl hatte, mitten in der Geschichte zu stehen. 

Durchgehend fesselnd geschrieben begleiten wir Mailín also auf ihrer Suche nach dem Winterkönig und wenn euch meine Rezension bisher noch nicht dazu gebracht hat das Buch wenigstens auf eure Wunschliste zu setzten, dann lest doch einfach selbst mal rein. Ich hoffe, dass es euch genauso gut gefallen wird wie mir!

 

 

Mit Rabenherz und Eismund hat Nina Blazon erneut bewiesen, dass sie Bücher schreiben kann, die nicht nur Jugendlichen das Herzen höher schlagen lässt, sondern auch so alten Schachtel wie mir es rauben kann.
Eine außergewöhnliche Geschichte über ein Land im ewigen Eis mit magischen und facettenreichen Protagonisten.
Klare Leseempfehlung!

 

 

♥ Vielen Dank an den cbj Jugendbuchverlag der Verlagsgruppe Randomhouse  für die Zusendung des Rezensionsexemplars! ♥

 

 

Über die Autorin 
Nina Blazon, geboren in Koper bei Triest, las schon als Jugendliche mit Begeisterung Fantasy-Literatur. Selbst zu schreiben begann sie während ihres Germanistik-Studiums. Ihr erster Fantasy-Jugendroman wurde mit dem Wolfgang-Hohlbein-Preis und dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet. Seither haben Nina Blazons Bücher zahlreiche Preise erhalten, zuletzt 2016 den Seraph für »Der Winter der schwarzen Rosen«. Die erfolgreiche Kinder- und Jugendbuchautorin lebt in Stuttgart.

Quelle: cbj Jugendbuchverlag

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