Rezension S.K. Tremayne – Die Stimme

Rezension S.K. Tremayne – Die Stimme

Autor: S.K. Tremayne
Titel: Die Stimme
Herausgeber: Knaur Verlag
Datum der Erstveröffentlichung: 01. Oktober 2020
Buchlänge: 400 Seiten
Titel der Originalausgabe: The Assistant
ISBN: 978-3-426-22738-1
Preis: Broschiert 16,99€ / eBook 14,99€
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♥ Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt 

 

 

»Ich weiß, was du getan hast.« Jo ist schockiert, als die digitale Home Assistentin Electra sie ohne Aufforderung anspricht. Unmöglich kann eine harmlose Software vom Furchtbarsten wissen, das Jo jemals passiert ist! Doch Electra weiß nicht nur Dinge – sie tut auch Dinge, zu denen sie nicht in der Lage sein sollte: Freunde und Eltern erhalten Textnachrichten mit wüsten Beschimpfungen, Jos Bankkonto wird leergeräumt, die Kreditkarte überzogen … Zum ersten Mal seit Jahren muss Jo wieder an ihren Vater denken, der unter heftigen schizophrenen Schüben litt und sich schließlich das Leben nahm. Kann es sein, dass sie sich die Stimme nur eingebildet hat? Doch Electra ist noch lange nicht fertig mit Jo …

Quelle: Knaur Verlag

»Ich weiß, was du getan hast.« Jo ist schockiert, als die digitale Home Assistentin Electra sie ohne Aufforderung anspricht. Unmöglich kann eine harmlose Software vom Furchtbarsten wissen, das Jo jemals passiert ist! Doch Electra weiß nicht nur Dinge – sie tut auch Dinge, zu denen sie nicht in der Lage sein sollte: Freunde und Eltern erhalten Textnachrichten mit wüsten Beschimpfungen, Jos Bankkonto wird leergeräumt, die Kreditkarte überzogen … Zum ersten Mal seit Jahren muss Jo wieder an ihren Vater denken, der unter heftigen schizophrenen Schüben litt und sich schließlich das Leben nahm. Kann es sein, dass sie sich die Stimme nur eingebildet hat? Doch Electra ist noch lange nicht fertig mit Jo …

Quelle: Knaur Verlag

 

 

 

Nutzt ihr Sprachassistenten? Habt ihr vielleicht sogar bei euch daheim eine Alexa stehen, die auf Zuruf Musik abspielt oder Witze erzählt?
Als mein Mann damals mit so einem Gerät nach Hause kam, war ich zugegebenermaßen wenig begeistert, denn mir war es zu dem Zeitpunkt relativ egal, ob ich im Stillen einen Knopf drücken muss, um mein Radioprogramm am Morgen zu starten oder an meiner Eieruhr einen Timer stelle, damit der Kuchen nicht verbrennt. Warum also ein Gerät mit Namen ansprechen, um mir diese zwei Handgriffe abzunehmen?
Auch heute bin ich noch skeptisch, denn kann ich mir wirklich zu 100% sicher sein, dass unsere Alexa nur das hört, was sie hören soll? Kann Technik sich wirklich so einfach gegen einen wenden, ohne dass man das merkt oder beeinflussen kann? Ich weiß es nicht, will es ehrlich gesagt auch gar nicht so genau wissen, denn auf schlaflose Nächste kann ich definitiv verzichten.

Apropos schlaflose Nächte -eine habe ich mir vor kurzem nämlich selbst beschert, während ich Die Stimme von S.K. Tremayne gelesen habe. Denn dieser Thriller behandelt genau das oben beschriebene Thema: Was passiert, wenn dein Smart Home plötzlich die Kontrolle über dein Leben übernimmt?

 

Jo Ferguson arbeitet als freiberufliche Journalistin überwiegend von zu Hause aus. Seit ihrer Scheidung jedoch musste sie ihre gewohnte Umgebung verlassen und ist nun erst einmal bei ihrer Freundin Tabitha untergekommen. Da diese aber häufig bei ihrem Freund übernachtet und viel mit ihm reist, ist Jo meist allein. Die luxuriöse Wohnung wurde vor einiger Zeit mit dem digitalen Sprachassistenten Electra ausgestattet. Jedes Zimmer ist vernetzt, und so helfen die Home Assistants Jo nicht nur, die Wohnung aufzuheizen oder das Licht einzuschalten, sondern auch ihre Einsamkeit erträglicher zu machen.
Doch plötzlich entwickeln die Geräte ein Eigenleben und konfrontieren Jo mit einem schrecklichen Erlebnis aus ihrer Vergangenheit, von dem nur ganz wenige Menschen wissen. Anfangs sucht sie die Ursache in ihrer Psyche, denn auch ihr Vater hat damals Stimmen gehört, die gar nicht da waren. Doch bald steht ihr Leben Kopf und die Stimmen wollen einfach nicht verstummen.

 

S.K. Tremayne hat mit Die Stimme das geschafft, was nur wenigen Autoren gelingt: Er hat mich mit der ersten Seite an seine Erzählung gefesselt und mich nicht ehr gehen lassen, bis die letzte gelesen war.
Es gibt viele Autoren, die gleich zu Beginn wahnsinnig viel Pulver in Form von actiongeladenen Handlungen verschießen, dann aber so stark nachlassen, dass man das Buch nur beendet, um zu wissen, wie es ausgeht.
Und dann gibt es Autoren, die die Spannung wohldosiert erhöhen und das Tempo gemächlich steigern, ohne zu langweilen, nur um dann die Situation vollkommen eskalieren zu lassen.
Man spürt deutlich die Schlinge, die sich immer enger um die Figuren spannt und kann einfach nicht zulassen, dass eine Pause gemacht wird – und sei es nur um zu schlafen.

Von vorneherein ist klar, dass Jo eine intelligente und sympathische junge Frau ist, der ich es einfach nicht zutraue, dass sie sich von ihren Ängsten leiten lässt oder sich Dinge einbildet, die gar nicht real sind. Und doch wird sie so dargestellt. Diese Tatsache verleitet einen natürlich genauer hinzuschauen, zwischen den Zeilen zu lesen, ob nicht doch die Möglichkeit besteht, dass sie sich alles nur einbildet. Auch ihre Freundin Tabitha ist eher misstrauisch als hilfreich und ganz ehrlich? Ich würde genauso reagieren, wenn mir plötzlich eine Freundin erzählt, dass sich die gesamte Elektronik im Haus gegen sie verschworen hat.
Doch die Rundumkontrolle der Home Assistants ist ebenso beängstigend dargestellt, wie sie wahr sein könnte. Ihr Einfluss ist bei Jo so groß, dass sie sämtliche Lebensbereiche mit einbeziehen und der Zweifel wächst. Bei mir und auch bei Jo.

Rasant blättert man von Seite zu Seite um herauszufinden, wer denn nun hinter diesem Psychoterror steckt und so sehr ich mich auch angestrengt habe, lag ich am Ende mit meiner Vermutung dennoch falsch.
Ich will euch an dieser Stelle auch gar nicht zu viel verraten – lest es selbst – denn Die Stimme ist vieles: Raffiniert, spannend, ein wenig gruselig und definitiv lesenswert!

 

 

 

Bin ich schon vor Die Stimme von S.K. Tremayne kein Freund vom Smart Home gewesen, werde ich es nun erst recht nicht mehr.
Ein spannender Thriller, der zeigt, was die neue Technik in den falschen Händen anrichten kann.
Von mir gibt es daher auch eine klare Leseempfehlung!

 

 

♥ Vielen Dank an den Knaur Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars! ♥

 

 

Über den Autor
S.K. Tremayne wurde in Devon geboren und lebt heute in London. Sein ursprünglicher Beruf als Reisejournalist bringt es mit sich, dass er die Schauplätze seiner Romane bestens kennt. Ihm gefällt es dort, wo normale Orte plötzlich bedrohlich werden – und wo das Unheimliche ins Leben normaler Menschen tritt. Sein erster Thriller Eisige Schwestern wurde sofort zum Bestseller. Heute werden seine Bücher in dreißig Sprachen übersetzt.

Quelle: Knaur Verlag 

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