Rezension Leigh Bardugo – King of Scars: Thron aus Gold und Asche

Rezension Leigh Bardugo – King of Scars: Thron aus Gold und Asche

Autor: Leigh Bardugo
Titel: King of Scars: Thron aus Gold und Asche
Herausgeber: Knaur Verlag 
Datum der Erstveröffentlichung: 20. August 2019
Buchlänge: 512 Seiten
Titel der Originalausgabe: King of Scars
ISBN: 978-3-426-22700-8
Preis: TB 16,99€ / eBook 14,99€
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 Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt 

 

 

Niemand weiß, was der junge König von Ravka, während des blutigen Bürgerkrieges durchgemacht hat. Und wenn es nach Nikolai selbst geht, soll das auch so bleiben.
Jetzt, wo sich an den geschwächten Grenzen seines Reiches neue Feinde sammeln, muss er einen Weg finden, Ravkas Kassen wieder aufzufüllen, Allianzen zu schmieden und eine wachsende Bedrohung für die einstmals mächtige Armee der Grisha abzuwenden.
Doch mit jedem Tag wird in dem jungen König eine dunkle Magie stärker und stärker und droht, alles zu zerstören, was er aufgebaut hat. Schließlich begibt Nikolai sich mit einem jungen Mönch und der legendären Grisha-Magierin Zoya auf eine gefährliche Reise zu jenen Orten in Ravka, an denen die stärkste Magie überdauert hat. Denn nur dort besteht eine Chance, sein dunkles Vermächtnis zu bannen.
Einige Geheimnisse sind jedoch nicht dafür geschaffen, verborgen zu bleiben – und einige Wunden werden niemals heilen.

Quelle: Knaur Verlag  

 

 

Ich kann euch gar nicht sagen wie glücklich ich war, als ich endlich die deutsche Übersetzung von King of Scars in meinen Händen halten durfte. Klar, ich hätte es durchaus auch im Original lesen können – ist ja nicht so, als hätte ich nicht bereits zwei verschiedene Ausgaben daheim gehabt – aber bei manchen Büchern siegt doch die Angst, nicht alles richtig zu verstehen oder wichtige Sätze falsch zu interpretieren. Und in diesen Fällen warte ich lieber, wobei man sagen muss, dass der Droemer Knaur Verlag wirklich sehr flott mit seiner deutschen Ausgabe war!

 

Ich bin das Monster, und das Monster ist ich.
(Seite 444)

 

Wie dem auch sei, es geht hier ja nicht um mich, sondern um das erste Buch in Leigh Bardugos Nikolai Dilogie, die ca. drei Jahre nach dem Ende von Lodernde Schwingen spielt.
Der Bürgerkrieg in Ravka ist vorbei und das Triumvirat hat das Gemetzel zumindest teilweise verhindert. Ravka ist größtenteils noch intakt, aber der Zar, Nikolai Lantsov, steht dennoch vor einer großen Herausforderung – er möchte eine neue Ära einleiten, den Frieden für sein Land bewahren und seinen Leuten zu einem besseren Leben verhelfen. Doch die Staatskassen sind leer, Feinde und Anhänger des Dunklen an den Grenzen versammelt. Die einzige Möglichkeit zur Sicherung des Thrones scheint nur durch eine Heirat und der Zeugung eines Erben möglich zu sein. Aber in Nikolai wütet seit dem Krieg ein Monster, das immer stärker zu werden scheint. Und sein Blutdurst droht ganz Ravka in den Abgrund zu reißen. 

Viel näher möchte ich an dieser Stelle auch gar nicht auf den Inhalt eingehen, aus Angst irgendwas vorweg zu nehmen oder euch gar zu spoilern, besonders mit der Geschichte von Nina – nur so viel sei verraten: Ich fand King of Scars mit all seinen wiederseh-Momenten einfach großartig!

Es ist beeindruckend, wie Leigh Bardugo selbst nach drei Bänden der Grischa-Reihe immer noch neue Blickwinkel findet, mit denen sie mich begeistern kann. Ihre Vorstellungskraft ist etwas ganz Besonderes und obwohl mir bereits schon einiges aus dieser Welt bekannt war, kam zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf und ich wollte immer mehr über bestimmte Orte und deren Magie erfahren.
Wie schon erwähnt habe ich mich natürlich besonders auf das Wiedersehen mit Nikolai, Zoya und vor allem Nina gefreut und auch deren Entwicklungen haben mich stellenweise richtig überrascht. 

Im Gegensatz zu den Six of Crows Büchern baut sich die Geschichte von King of Scars weniger heldenhaft auf. Die Spannungsmomente setzen relativ spät ein, die Charaktere handeln und leben gerade zu Beginn durch die Erzählkunst der Autorin. Sie wurden mit großer Sorgfalt zum Leben erweckt und begeistern durch ihre Erfolge und ihr Versagen. Durch ihre Traumata und Erfahrungen. Gerade diese Momente habe ich wahnsinnig genossen, denn schneller als gedacht, befand ich mich in einem Strudel aus Ereignissen, die mich bis zum Ende nicht mehr losgelassen haben. Die Bedrohung ist plötzlich greifbar und die letzten Seiten haben mich schließlich sprachlos, aber auch wohlig grinsend zurückgelassen. 

King of Scars ist in vielerlei Hinsicht die Geschichte von Nikolai, der sich auf interessante Weise mit den schlimmsten Aspekten seiner selbst auseinandersetzten muss – denn was passiert mit Ravka, wenn er plötzlich Held und Monster in einem ist?
Er war schon vieles: der gehorsame Sohn, ein fähiger Soldat, nutzloser Freibeuter, ein selbstsicherer Politiker, aber keiner dieser Rollen konnte man wirklich trauen. Er hat eine ungeheure Ausdauer und muss sich nun mit seinen Schwächen auseinandersetzten. Wir erhalten Einblicke hinter seine Maske und sehen einen ängstlichen Zaren, der einfach nur müde ist und einen einsamen Kampf bestreitet. Wir sehen einen Mann, der viel verloren hat und stets das Beste für sein Land möchte. Und dabei ist er mir wahnsinnig ans Herz gewachsen. 

 

Nikolai Lantsov.
Sturmhond. King of Scars.
Privateer and Boy King.
Remember who you are.
You are destined for greatness.
Long live the one true King.

 

 

Ein perfekter Auftakt und ein noch perfekteres Ende.
Ich denke, es gibt viele, die sich über genau das aufregen werden, aber ich bin einfach nur voller Vorfreude auf die Fortsetzung.

 

 

♥ Vielen Dank an den Knaur Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars! ♥

 

 

Über die Autorin 

Leigh Bardugo wurde in Jerusalem geboren und wuchs in Los Angeles auf. Nach Stationen im Journalismus und im Marketing kam sie schließlich als Special Effects-Designerin zum Film. Leigh lebt und schreibt in Hollywood.

Quelle: Knaur Verlag

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