Rezension Marie Rutkoski – Spiel der Ehre (Die Schatten von Valoria 2)

Rezension Marie Rutkoski – Spiel der Ehre (Die Schatten von Valoria 2)

Autor: Marie Rutkoski
Titel: Spiel der Ehre (Die Schatten von Valoria 2)
Herausgeber: Carlsen Verlag  
Datum der Erstveröffentlichung: 31. Mai 2019
Buchlänge: 416 Seiten
Titel der Originalausgabe: The Winner`s Crime
ISBN: 978-3551583895
Preis: HC 19,99€ / eBook 13,99€
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 Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt 

 

 

Kestrel ist die Verlobte des Prinzen – für viele ein Traum. Aber für Kestrel fühlt es sich an wie ein Käfig, den sie selbst errichtet hat. Je näher die Hochzeit rückt, desto mehr sehnt sie sich danach, Arin die Wahrheit zu sagen: Sie hat eingewilligt, den Prinzen zu heiraten, um Arin zu schützen. Doch kann Kestrel Arin trauen? Kann sie sich selbst trauen? Andere zu täuschen fällt ihr erschreckend leicht. Als sie Spionin am Hof des Imperators wird, verrät sie das Reich Valoria, das sie so sehr liebt. Es gibt nur eins, das sie noch mehr liebt: Arin.

Quelle: Carlsen Verlag

 

 

“Wie du kennst das Buch noch nicht? Du hast bisher noch nichts von Marie Rutkoski gehört oder gelesen? Nicht mal den ersten Band? Sag mal wer bist du eigentlich und was machst du nur den ganzen Tag?“
So oder so ähnlich muss es sich wohl angehört haben, als meine beste Freundin neulich Spiel der Macht aus meinem Bücherregal genommen und mit großen Augen gefragt hat “Ist das gut?“

So weit so gut denkt ihr euch, kann ja mal passierten, dass man die Fassung verliert und für ein Buch brennt, aber ich muss dazu sagen, dass ich mittlerweile 36 Jahre alt bin und dachte, meine Backstreet Boys mäßige Fan-Schrei-Phase sei vorbei.
Weit gefehlt – denn wenn es um diese Reihe geht, fühle ich mich wieder wie ein Teenager.
Keine Ahnung wie Marie Rutkoski das anstellt, aber ich bin diesen Büchern einfach nur verfallen.

 

ACHTUNG! Bevor ihr weiterlest solltet ihr wissen, dass es sich hier um die Rezension zum zweiten Band einer Reihe handelt. Die Rezension zu Band 1 findet ihr HIER

 

Ich habe nichts dagegen eine Motte zu sein. Ich würde wahrscheinlich anfangen, Seide zu essen, wenn das bedeuten würde, dass ich dann fliegen könnte.
(Seite 214)

 

Aber Kestrel kann nicht fiegen. Sie ist im Leben voller Bälle, Gewänder, Täuschungen, Drohungen und ihrer Einsamkeit gefangen. Ein Leben, das sie gewählt und akzeptiert hat, damit Arin in Sicherheit ist.
Aber ist er das wirklich?
Beide kämpften hart darum Herran vor dem bösartigen und gierigen Kaiser zu retten und mussten außerdem noch herausfinden, ob sie sich gegenseitig überhaupt vertrauen können. 

Bereits Band 1 hat mich so gefangen genommen und soweit schon mal vorab: Mit Band 2 erging es mir nicht anders. Die Fortsetzung ist mehr als gelungen, auch wenn es nicht wirklich viele Begegnungen zwischen Arin und Kestrel gab.
Marie Rutkoskis Schreibstil ist absolut einnehmend, flüssig und mit vielen unausgesprochenen, aber dennoch kraftvollen Emotionen gespickt.
Die Entscheidungen der beiden Hauptprotagonisten haben mein Herz bluten lassen und oft wollte ich Kestrel schütteln oder Arin in den Arm nehmen. Ich litt mit Arin über seine Unkenntnis, was Kestrel für ihn geopfert hat, spürte fast seine körperlichen Schmerzen, die Demütigungen aber auch die Liebe, die er für Kestrel empfindet. Sein Zorn und sein Hass brodelten an der Oberfläche unter der jedoch die unsterbliche Liebe versteckt lag, für die er sogar Kestrel über sein eigenes Land stellt. Andererseits kann ich natürlich auch Kestrel verstehen, ihn lieber im Dunklen zu lassen, denn das war die einzige Möglichkeit ihn davon abzuhalten, etwas zu tun, das sein Leben und sein Volk in Gefahr bringt. Aber zwischendurch wollte ich einfach schreien und ihnen sagen, wie viel sie gegenseitig doch bedeuten.
Ich konnte den Gedanken nicht ertragen, dass Arin sie aufgibt. Ich hasste den Kaiser für das, was er ihr und Verex angetan hat. Und ich verfluchte ihren Vater.
Aber Kestrel hat tapfer weitergespielt, ihre Wahl getroffen und verloren.

 

„Manchmal glaubt man, dass man etwas will“, erwiderte Arin, „während alles, was man braucht, nur darin besteht, es loszulassen.“
(Seite 316)

 

Und selbst nachdem ich das Buch zugeklappt habe, fühle ich mich noch immer gefangen in diesen vielen Emotionen. Ich bin ein Wrack, aber ein glückliches.
Ich liebe Marie Rutkoski für ihre Genialität und doch verfluche ich sie auch dafür.
Aber sie hat mein Jahreshighlight geschrieben und dafür würde ich ihr alles verzeihen (fast alles).

 

 

Lest diese Reihe, lest Marie Rutkoski!

Ihr Schreibstil ist einzigartig.
Ihr Ideenreichtum verzaubert mich.
Ihre Worte lassen mich innehalten und mein Umfeld vergessen.
Ihre Charaktere werden zu Freunden oder Feinden.
Die Stunden, die man zwischen diesen Seiten verbringt sind magisch.
Es hat Suchtpotential und lässt einen wimmern, weil man unmöglich nochmal auf den dritten Band warten kann.
Kurzum: Diese Reihe ist ein Must-Read!

 

 

♥ Vielen Dank an den Carlsen Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars! ♥

 

 

Über die Autorin

Marie Rutkoski wuchs als das älteste von vier Kindern in Illinois auf und stellte schon früh fest, dass sie ein Buchmensch ist. Heute lebt sie in New York, wo sie am Brooklyn College unterrichtet. Sie schreibt Romane für Kinder und Jugendliche und hat zwei Söhne.

Quelle: Carlsen Verlag

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