Rezension Allen Eskens – Das Leben, das wir begraben

Rezension  Allen Eskens – Das Leben, das wir begraben

Autor: Allen Eskens
Titel: Das Leben, das wir begraben
Herausgeber: Festa Verlag  
Datum der Erstveröffentlichung: 14. Mai 2018
Buchlänge: 416 Seiten
Titel der Originalausgabe: The life we burry
ISBN: 3865526411
Preis: HC 19,99€ / eBook 5,99€
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 Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt 

 

 

Der Student Joe Talbert muss fürs College mit einem völlig Fremden ein Interview führen. Dafür sucht er in einem Pflegeheim nach der passenden Person und trifft auf den krebskranken, im Sterben liegenden Carl Iverson.
Doch Iverson ist kein harmloser alter Mann. Er ist ein verurteilter Mörder. Vor 30 Jahren soll er ein Mädchen missbraucht, umgebracht und in seinem Schuppen verbrannt haben. Nach einigen Gesprächen erkennt Joe, dass etwas an dem grausamen Mordfall nicht stimmt. Es gibt zu viele Widersprüche. Joe überkommt eine regelrechte Besessenheit, die Wahrheit herauszufinden … Doch das könnte seinen eigenen Tod bedeuten!

Ein meisterhafter Thriller, der in den USA fast alle Literaturpreise des Genres gewann. Allen Eskens ist einer der besten Psychothriller-Autoren.

Quelle: Festa Verlag

 

 

Carl Iverson saß gut dreißig Jahre lang für den angeblichen Missbrauch und anschließendem Mord seiner 14-jährigen Nachbarin im Gefängnis. Aufgrund seiner Krebserkrankung und der geringen noch zu erwartenden Lebensdauer, darf er seinen letzten Wochen im Hospiz in Freiheit verbringen.

Joe Talber hat eine Kindheit hinter sich, die von Leid und Not geprägt war. Seinen Vater hat er nie kennengelernt, seine Mutter hingegen ist dem Alkohol hemmungslos verfallen. Durch ihre regelmäßigen Sauftouren, die gerne auch mal mehrere Tage dauern können, hat er seinen autistischen Bruder mehr oder weniger alleine aufgezogen. Doch seit einigen Monaten ist er von zu Hause ausgezogen um zu studieren und jobbt nebenbei als Türsteher um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Als die Semesterarbeiten anstehen bekommt Joe die Aufgabe eine Biografie zu verfassen, doch da in seinem Familienumfeld nur seine Mutter übrig ist, scheint die Aufgabe schwieriger als angenommen. In einem Altenheim macht er sich auf die Suche nach einer Person, die ihm seine Lebensgeschichte erzählen möchte und findet dort den Schwerverbrecher Carl Iverson, der auf dem Sterbebett seine Beichte ablegen will. Und als dieser durchaus überzeugend behauptet vollkommen unschuldig zu sein, ist der Ehrgeiz in Joe geweckt und er will herausfinden, was sich damals wirklich zugetragen hat – auch wenn man manch einen schlafenden Hund besser nicht wecken sollte.  

Dass der Festa Verlag hauptsächlich durch seine Horror-Klassiker und den Hardcore Lesestoff heraussticht, dürfte ja mittlerweile den meisten Genre Begeisterten bekannt sein. Weniger herumgesprochen hat sich allerdings die relativ neue Sparte der „Must-Read“ Bücher, in welcher der Verlag Bücher veröffentlicht, die in irgendeiner Weise ganz besonders sind. Und genau in dieser ist auch Das Leben, das wir begraben von Allen Eskens erschienen (Hochwertig ausgestattet mit Lesebändchen, Hardcover-Einband und Schutzhülle in Leder-Optik).

Allen Eskens erzählt hier eine Geschichte, die von der Grundkonstellation durchaus bekannt ist: Ein altes, aber nicht minder schreckliches Verbrechen, dessen Hintergründe aufgrund neu gewonnener Indizien neu aufgerollt wird. Letztendlich soll erneut geprüft werden, ob die damalige Rechtsprechung zutreffend war, oder ob der Verurteilte zu Unrecht sein Leben hinter Gittern verbracht hat.
Als Hauptprotagonist dient der junge Joe Talbert, der selbst von Schicksal hart gebeutelt ist. In immer wiederkehrenden, kurzen Passagen lernt der Leser seine Familie kennen und wird Zeuge, wie ihn seine Mutter immer wieder ausnutzt, um den autistischen Bruder mit all den dazugehörigen Sorgen bei ihm abzuladen, um ihre Alkoholsucht weiterhin unbegrenzt ausleben zu können.
Für mich war das ein Umstand, der diesem Thriller-Krimi sehr viel Tiefe verliehen hat. Anders, als es oft in diesen ehr emotional kalten Genre zugeht, findet man hier sehr leicht einen Zugang zu Joe und erhält so das nötige Maß an Mitgefühl und Realität.
Aber auch Carl Iverson bekommt durch die Erzählungen aus seiner persönlichen Vergangenheit Ecken und Kanten und wirkt, für einen mutmaßlichen Kindermörder, von Anfang an sympathisch.

Im Verlauf der Gespräche zwischen Joe und Carl entwickelt sich dann auch der faszinierend gesponnene Plot weiter, ohne jedoch den Schwerpunkt von den Figuren zu nehmen – deren wechselseitige Entwicklung ist und bleibt nämlich über die knapp 420 Seiten das Wichtigste und, meiner Meinung nach, auch das Interessanteste.
Die Gefühlswelt der beschriebenen Personen, die Jagd nach der Wahrheit und der detektivische Anteil der Frage, was damals wirklich geschah, all das macht Das Leben, das wir begraben zu Recht zu einem Must-Read!

 

 

Ein Buch, das mich in vielerlei Hinsicht überrascht hat – Brutal, aber komplett anders, als vermutet. Über menschlichen Bestien, wie sie auch im realen Leben leider noch allzu oft frei herumlaufen.
Eine Mischung aus Thriller und Krimi, der aber vor allem auf psychologischer Ebene zu punkten weiß und mich restlos überzeugt hat.
Klare Leseempfehlung! 

 

 

♥ Vielen Dank an den Festa Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars! ♥

 

 

Über den Autor 

Allen Eskens ist der Bestseller-Autor von The Life We Bury und weiteren Thrillern.
»Ich bin in Jefferson City, Missouri, aufgewachsen. An der University of Minnesota habe ich einen Abschluss in Journalismus gemacht, danach Jura studiert und mich schließlich in Mankato, Minnesota, niedergelassen und dort ein Anwaltsbüro eröffnet. Mit den Jahren habe ich mich in kreativem Schreiben weitergebildet.
Ich lebe nach wie vor auf dem Land bei Mankato, gemeinsam mit meiner Frau Joely, meiner Tochter Mikayla und vielen Haustieren.«

Quelle: Festa Verlag

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