Rezension Anika Ackermann – Ich verliere mich nicht

Rezension Anika Ackermann – Ich verliere mich nicht

Autor: Anika Ackermann
Titel: Ich verliere mich nicht
Herausgeber: Nova MD (Self-Puplishing)
Datum der Erstveröffentlichung: 25. November 2019
Buchlänge: 354 Seiten
ISBN: 978-3964437426
Preis: TB 13,90€
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 Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt 

 

 

Louisa Marie Sinclair ist endlich angekommen: Mit ihrem Studienfach Literatur lebt sie ihre Leidenschaft. Ihre beste Freundin teilt ihr Faible für Bücher. Und vor kurzem hat sie die erste gemeinsame Wohnung mit ihrem Freund Damian bezogen. Perfekter könnte ihr Leben nicht sein. Bis Damians charmante Fassade zu bröckeln beginnt und er sein wahres Gesicht zeigt.

Quelle: Autorenseite   

 

 

Manchmal habe ich, während ich ein Buch lese, einen bestimmten Songtext in meinem Kopf. Keine Ahnung woher er kommt, aber auch bei Anika Ackermanns neuem Buch Ich verliere mich nicht stellte sich nach kurzer Zeit eine Melodie zu einem Lied von Selena Gomez bei mir ein. Lose you to love me lautet der Titel und wenn man sich die Textzeilen so durchliest finde ich, passt dieser perfekt. 

 

I saw the signs and I ignored it
Rose-colored glasses all distorted
Set fire to my purpose
And I let it burn
You got off on the hurtin‘
When it wasn’t yours

We’d always go into it blindly
I needed to lose you to find me
This dance, it was killing me softly
I needed to hate you to love me
(Selena Gomez)

 

Für Louisa läuft scheinbar alles perfekt: Vor kurzem ist sie mit ihrer großen Liebe Damian zusammengezogen, sie studiert ihr Wunschfach Literatur und steht auf eigenen Beiden mitten im Leben – bis sich Damian schleichend verändert und aus dem rücksichtsvollen und feinfühligen Partner ein schikanierender und gewalttätiger Mann wird. Und nicht nur körperlich leidet Louisa Qualen, denn auch psychisch zerstört Damian immer weitere Teile in ihr. Doch als ihre Freunde die ersten offensichtlichen Anzeichen erkennen, ist Louisa bereits tief in einem Strudel aus Angst, Scham und Verdrängung gefangen. 

Im Gegensatz zu anderen Büchern, die sich mit häuslicher Gewalt beschäftigen, legt diese Geschichte nicht unbedingt den Fokus darauf, wie alles ganz schleichend begann und aus welchen Gründen man immer wieder zu seinem gewalttätigen Partner zurückkehrt, sondern eher auf die Zeit nach der Trennung. Die Zeit, in der man einfach am Boden liegt, weil die psychische Belastung zu viel wird. Weil man droht, sich selbst zu verlieren.
Durch die persönliche Hintergrundgeschichte von Anika, die im Nachwort von ihr erläutert wird, bekommen diese Zeilen auch nochmal eine ganz andere Tiefe und man findet so bestimmte Parallelen, die die Autorin und ihre Protagonistin Louisa verbindet.
Beide teilen die Leidenschaft zu Büchern, Harry Potter und flauschigen Pyjamas und man kommt selbstverständlich nicht um den einen oder anderen Fangirlwitz herum. 

Besonders gut hat mir der realistische Weg von Louisa aus ihrer toxischen Beziehung gefallen. Ja, sie hatte Freunde, die ihr geholfen haben und auch einen neuen Mann gab es, der ihr die Kraft zum Aufstehen gab, aber geschafft hat sie es ganz alleine. Nicht durch einen Retter, der Lesern vermittelt, dass es nur den richtigen Partner braucht um alles zu vergessen, nein, Akzeptanz sich selbst gegebenüber ist wichtiger als alles andere. Das soll nicht heißen, dass es nicht wichtig ist sich jemanden anzuvertrauen, aber der Wille, zurück ins Leben zu finden, muss im eigenen Kopf entstehen. 

 

Ich presse meine Stirn gegen die kalte Scheibe und frage mich, wie oft ich noch behaupten muss, dass es mir gut geht, damit es endlich wahr wird. 
(Seite 59)

 

Doch trotz der Wichtigkeit dieser Geschichte habe ich auch ein paar Dinge, die mich etwas gestört haben, denn ich hätte gerne mehr über die Gedanken von Louisa erfahren. Aus welchem Grund ist sie immer wieder zu Damian zurück? Was ging in Damian vor, nachdem er Louisa geschlagen hatte? Dachte er, er ist im Recht oder hatte er Gewissensbisse?
Auch das letzte Drittel wurde für meinen Geschmack durch die Spendengala etwas in die Länge gezogen, aber das sind persönliche Empfindungen, die nicht zu einer schlechteren Bewertung führen.
Denn hier erzählt jemand eine Geschichte, die anderen Betroffenen Mut machen soll, nicht aufzugeben, sich nicht zu verlieren. Und aus diesem Grund möchte ich auch keine Sterne oder dergleichen vergeben sondern einfach nur meinen Dank an Anika aussprechen – für ihre Offenheit und den Weg, den wir mit Louisa gehen durften.

 

 

Ein stiller Roman, der umso lauter wirkt.
Einfühlsam und realitätsnah erzählt Anika Ackermann eine Geschichte über ein Tabuthema, das uns alle betreffen kann. 

Von mir gibt es keine klare Leseempfehlung!

 

♥ Vielen Dank an die Autorin für die Zusendung des Rezensionsexemplars! ♥

 

 

Über die Autorin 
Hi, mein Name ist Anika, ich bin 30 Jahre alt und ich bin Abenteurerin, Weltenwanderin und Zeilenzauberin. Das Schreiben und damit das Eintauchen in fremde Welten ist für mich so essentiell wie die Luft zum Atmen. Ich schaffe fiktive Welten, weil wir uns täglich mit der Wirklichkeit auseinandersetzen müssen. Wieso also nicht mal abtauchen und das futuristische London erkunden oder eine Reise durch’s All wagen? Mit mir an Eurer Seite ist alles möglich, solange es nur abenteuerlich und fantastisch genug ist.
2015 erschien mein Debütroman Lucrum im Selbstverlag. Mit einem simplen Klick auf „Veröffentlichen“ ist mein großer Traum vom eigenen Buch in Erfüllung gegangen. Seit ich Kind war, träumte ich davon, Autorin zu sein. Dieser Wunsch begleitete mich durch mein ganzes Leben, umso aufregender ist es, dass es nun zu meinem Alltag geworden ist.
Das Selfpublishment eröffnete mir ganz neue Welten, die ich seitdem begierig mit meinen Geschichten erobern möchte. Auf Lucrum folgte Damnum und damit eine Sucht nach dem geschriebenen Wort, das sich mit viel Disziplin und Ehrgeiz in ein Buch verwandelt.
Aber das Selfpublishment bietet so viel mehr als den reinen Schreibprozess. Ich liebe es, selbst kreativ zu werden und für meine Bücher Cover, Goodies und Co. herzustellen. Ich kann meine Liebe zum Gestalterischen mit meiner Leidenschaft für’s Schreiben verbinden und meine Bücher als Gesamtkonzept publizieren – ein wahr gewordener Traum, unfassbar!

Quelle: Autorenseite   

5 Kommentare

  1. 26. Januar 2020 / 11:48

    Hallöchen,
    ich war sehr neugierig auf deine Rezension, weil ich Anika auf Insta verfolge, aber mir bisher keine Meinungen zu ihrem Buch begegnet sind. Deine Rezension ist so schön ehrlich, das gefällt mir. Ich glaube nicht, dass das Buch etwas für mich wäre, aber es ist toll, dass du es als authentisch empfindest.
    Liebste Grüße, Kate

    • 29. Januar 2020 / 8:32

      Dankeschön, das freut mich sehr!
      Ja, gerade mit solchen Themen ist es schwierig finde ich. Mal ist es zu viel, mal zu wenig…
      Ich habe kurz vorher „Nur noch ein einziges Mal“ von Colleen Hoover gelesen (ich weiß nicht ob du das kennst) und das war für mich tatsächlich DAS Buch, wenn es um Themen wie häusliche Gewalt geht.

      • 3. Februar 2020 / 18:15

        Hallöchen,
        das Buch kenne ich tatsächlich nicht. Ich habe bisher noch nichts von Hoover gelesen, obwohl alle so von ihr schwärmen 😀 Also kannst du „Nur noch ein einziges Mal“ empfehlen?

        • 13. Februar 2020 / 8:31

          Auf jeden Fall! Ich selbst fühle mich jetzt nicht unbedingt im New Adult Bereich zu Hause, aber das Buch hab ich wirklich geliebt!

          • 16. Februar 2020 / 16:24

            Dann vielen Dank für die Empfehlung 🙂

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